Kantinengespräch #10: Live-Podcast vom Frauen*tag am DT
Shownotes
Wie ist es, als Frau* am Theater zu arbeiten? Wie lassen sich Care-Arbeit und Kunst vereinbaren? Wie ist es um Geschlechtergerechtigkeit bestellt, um Rollenbilder und die Repräsentanz auf und hinter der Bühne? Welches Wissen, welche Tipps und Unterstützung können wir teilen?
Anlässlich des Frauen*tages 2026 findet eine Spezialausgabe von Kantinengespräche statt: Zum allerersten Mal live und vor Publikum treffen Abak und Julischka in der Bar des Deutschen Theaters gleich mehrere Gästinnen aus verschiedenen Abteilungen des DT, um mit ihnen ins Gespräch zu kommen.
Moderation: Julischka Eichel und Abak Safaei-Rad Schnitt: Deutsches Theater Berlin Musik: Sven Michelson Foto: Joachim Gern Redaktion: Deutsches Theater Berlin
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00:00:02: Ja, hallo.
00:00:33: Herzlich willkommen!
00:00:34: Das ist ja ganz, ganz toll.
00:00:36: Die Bar ist voll – ich sage mal herzlich Willkommen zu Kantingespräche dem Podcast vom Deutschen Theater.
00:00:44: Ich bin Abag-Saffa Erath und... Ich bin Juli Schka Eichel.
00:00:55: So schön, hier mal zu sitzen mit Publikum.
00:00:58: Wir machen ja heute einen Live-Podcast anlässlich des Internationalen Frauentages.
00:01:04: Es gab schon ganz tolles Programm.
00:01:05: es gab den Film Ein Tag ohne Frauen von Pamela Hogan.
00:01:09: vielleicht haben sie habt ihr denn schon gesehen falls nicht super Empfehlung über den isländischen Frauenstreik von Jetzt gibt es diesen Live-Podcast und danach feiern wir mit DJ Majua hier in der Bar, in den Internationalen Frauentag hinein.
00:01:29: Und morgen gibt es dann auch natürlich sehr tolles Programm und zwar auf der großen Bühne die Marquise von Ohm.
00:01:36: In der Kammer gibt es die drei Leben der Hannah Arendt und Christina Clemm wird im Rang voll je die Rechtsanwältin und Autorinnen über unseren gesellschaftlichen Umgang mit sexueller Gewalt sprechen.
00:01:49: So, das ist das Superprogramm des Deutschen Theaters zum Frauentag!
00:01:57: Und wir haben ganz tolle Gästinnen aus der Belegschaft des deutschen Theaters.
00:02:03: Wir haben Charlie Green aus der beleuchtung
00:02:06: Ja hallo
00:02:11: Franziska Stiller aus der Maske
00:02:13: Hallo
00:02:14: Und Frauenbeauftragte des deutschen Theater Und Katrin Frosch, unsere Ausstattungsschefin.
00:02:22: Hallo!
00:02:27: Ja und das ist eine Premiere von uns weil normalerweise machen wir das.
00:02:30: ich weiß nicht ob ihr das wisst?
00:02:32: Wir haben ja diesen Deep Talk Podcast und da sind wir immer mit einem Menschen aus dem Theater der hier arbeitet entweder vor dem hinter der Bühne neben der Büne und wir stellen diese Menschen dann vor und was sie machen und hoffentlich gibt es ein gutes Gespräch.
00:02:47: Und dann wurden wir gefragt, ob wir das machen wollen.
00:02:50: Live mit drei Gästinnen?
00:02:53: Dann haben wir sofort gesagt ja da haben wir Lust drauf, dann wurden wie nervös.
00:02:56: und dann haben wir gesagt auch Backe!
00:02:58: Dann haben darüber nachgedacht was wir eigentlich machen wollen oder wie wir es machen wollen und dann naja wir wollen ja eben gut sprechen oder miteinander sprechen.
00:03:06: dann haben Wir zwei erst mal darüber geredet uns gegenseitig befragt zu dem Thema genau und dann wurde das ein drei vier Stunden Gespräch.
00:03:15: Das können wir jetzt nicht wiederholen.
00:03:17: Aber was wir festgestellt haben ist, dass ich bin jetzt seit ca.
00:03:21: zwanzig Jahren am Theater auf der Bühne Abak-Du-dreißig und das für uns beide ein ganz großer Punkt oder einen Wendepunkt gab – und das war tatsächlich die Methodebatte!
00:03:33: Und das es ab da für uns ein Vor- und ein Danach gab?
00:03:37: Stimmt's?!
00:03:38: Genau, es gibt einer vor und einer danach.
00:03:40: also das fällt uns eben als erstes ein bei dem Thema Gleichstellung.
00:03:47: Es ist einfach so, dass wenn man an das davor denkt.
00:03:52: Wenn man das Theater sieht in seiner Struktur die sehr hierarchisch ist und gleichzeitig natürlich ein sehr guter Spiegel auch des kapitalistischen und patriarchalen Systems indem wir alle leben dann haben wir natürlich als Schauspielerinnen auf der Bühne schon sehr früh mit den unangenehmen Aspekten des Patriarchats natürlich denen sind wir begegnet.
00:04:17: Wenn ich jetzt zurückblicke, dann bin ich total überrascht.
00:04:21: Dass ich mir das alles gar nicht anders vorstellen konnte.
00:04:24: Also dass ich mir sozusagen zum Beispiel keine Welt vorstellen konnte in der es nicht normal ist, dass der männliche Kollege tausend Euro mehr bekommt oder dass ich mehr keine Welt vorstellen konnte, in der's nicht normal is', dass der vierzigjährige Regisseur mit der Hospitantin am Abend die Kneipe verlässt.
00:04:41: also das war eben all diese Normalität und Die Welt am Theater hat sich.
00:04:48: und jetzt in der Vorbereitung auf den Podcast habe ich gleichzeitig auch schon wieder gedacht, oh das können bestimmt manche nicht hören.
00:04:55: Wieder mit Mitu... Es war für uns beide ein Riesending!
00:05:02: Klar es ist ein Riesending aber es ist die größte Revolution, die in unserem Leben passiert ist Und ich glaube, nicht umsonst ist sie aus unserer Branche heraus gestartet.
00:05:11: Weil eben unsere Branche auch so extrem ist und deswegen wäre unsere erste Frage erstmal allgemein an unsere Gästenen bevor wir einzeln auf eure Branchen zu sprechen kommen.
00:05:22: gibt es für euch auch so ein Davor-und ein Danach?
00:05:25: Also ist das in euren Bereich auch so einen großer Unterschied.
00:05:32: Also tatsächlich für mich glaube ich gar nicht so sehr, was vielleicht auch daran liegt dass ich jetzt die jüngste aus der Runde bin und noch nicht so lange hier dabei bin.
00:05:41: Aber ich kann sagen das ich auch spüre, dass sich immer mehr in den letzten Jahren getan hat und auch weiterhin tut.
00:05:47: also durch das Miteinander sprechen, sich Dinge verändert haben, die in meinen zehn Jahren Berufsleben noch anders waren zu bestimmten Zeiten.
00:05:58: Den Wandel merkt man schon.
00:05:59: aber jetzt vor Mitoo oder nach Mitoo würde bezogen aufs Theater, nicht sagen dass ich da einen vielen Unterschied mache.
00:06:06: Also ich würde sagen das ist eher auch für mich eine persönliche Situation war die also damit konfrontiert zu sein irgendwie was da passiert schafft natürlich dann auch persönlich den Blick auf die eigene branche natürlich in der man arbeitet.
00:06:18: und wie wie läuft es da?
00:06:20: Und dann im Rückblick sind mir ganz viele Dinge aufgefallen, die einem natürlich begegnen.
00:06:25: Die man in der Situation, wo sie passieren vielleicht noch gar nicht so einordnend kann.
00:06:29: und von daher würde ich schon sagen dass das diese Methodebatte das zumindestens sage ich mal da wurden einmal so die Schalusin hochgezogen dann wurde auf einmal etwas sichtbar und es wurde lauter und von daheim war das auf jeden Fall auch für eine Reflexion des eigenen Lebens irgendwie total sinnvoll irgendwie so und halt also dass diese Debatte auch so groß wurde.
00:06:49: Also nicht, dass es passiert ist.
00:06:51: Nicht falsch verstehen sondern das ist einfach ans Tageslicht kamen.
00:06:55: Ja ich glaube ich kann das nur bestätigen.
00:06:57: Ich bin ja jetzt zum einiges älter und weiß natürlich um meinen Prozess im Theater Und ich bin auch in einem männlich dominierten Arbeitsfeld sozusagen und ich kann natürlich sagen Es gab ja immer ein Bewusstsein dafür und immer auch, wie soll ich sagen?
00:07:12: Das war immer auch Teil der Aufgabe.
00:07:14: Der eigenen Aufgabe als Frau den eigenen Weg zu suchen und sich vielleicht mancher Dinge zu erwehren oder andere Dinge anders zu gestalten.
00:07:23: Mit der Mitu-Debatte ist auf jeden Fall auch so eine Art Komplizen und Komplizinenschaft entstanden.
00:07:30: Ich glaube, der Dialog ist wesentlich offener der Austausch – ich finde das hat natürlich auch wesentlich dazu beigetragen nochmal neu zu reflektieren, nochmal präziser draufzugucken, auch in einer Rückschau noch mal überlegen zu prüfen was hätte man vielleicht anders machen können oder
00:07:45: auch
00:07:46: letztendlich froh sein dass manche Dinge nicht mehr sind.
00:07:49: Das ist auch gerade dieses Miteinanderreden.
00:07:52: Man fragt sich dann oft so, warum haben wir damals nicht darüber gesprochen?
00:07:56: Weil es in ganz vielen Momenten eben doch ein Gefühl des Unbehagens und auch ein ganz klares Unrechtsbewusstsein gab für Situationen.
00:08:04: aber zumindest als Spielerin war man natürlich oft auch in der Situation das um die Vereinslung also die einzige junge Frau oder wenige Frauen in einem Stück Konkurrenz.
00:08:16: Also das hat alles dazu geführt gar nicht als Entschuldigung, aber wenn ich in der Analyse zurückschaue dass man eben viel weniger miteinander gesprochen hat.
00:08:25: Als jetzt wo viele Dinge auf dem Tisch liegen und man eben ganz gezielt sich bei der Arbeit oder überhaupt in allen Bereichen des Lebens versucht auszutauschen und zu vernetzen und damit eine Solidarität irgendwie zu erreichen die dann Veränderung möglich macht.
00:08:44: ja Aber jetzt kommen wir vielleicht mal zu unseren einzelnen Berufsfeldern auch, die wir hervorstellen.
00:08:52: Charlie du bist Beleuchtungsmeisterin, arbeitest richtig in der Beleuchttung und kommst aus Berlin?
00:09:00: Ja, auch das!
00:09:02: Und hast direkt nach dem Abitur angefangen deine Ausbildung am deutschen Theater zu machen.
00:09:09: Genau, richtig.
00:09:10: Das war vor
00:09:11: zehn Jahren oder über zehn Jahren genau.
00:09:13: Wie kommt man denn wenn man auf der Schule ist auf die Idee Beleuchtungsmeisterin zu werden.
00:09:19: Ganz soweit hab ich da noch nicht gedacht, aber ich wusste schon ziemlich früh, dass ich Richtung Beleuchten gehen will.
00:09:28: Also als ich aufs Gymnasium ging ... Was
00:09:30: heißt ziemlich früh?
00:09:31: Wie alt warst du dann?
00:09:32: Das probier ich gerade herauszufinden.
00:09:35: Als ich auf das Gymnasum ging, dachte ich noch blauäugig, ich werd mal Tierarztin und deswegen mach ich Abitur und studiere.
00:09:41: Ich habe ganz schnell gemerkt, nee!
00:09:44: Das ist gar nicht so realistisch, was du dir da mit jungen Mädchen Augen ausgemalt hast und war zu dem Zeitpunkt schon großer Fan von Live-Konzerten.
00:09:52: Und auch von Theater – ich bin auch in unsere Spielgruppe.
00:09:55: am Theater habe ich mitgespielt und da war mir dann ziemlich schnell klar dass noch mehr als Schauspiel hintersteckt und hab dann relativ schnell eine totale Faszination an Licht gehabt.
00:10:07: also für mich war das die perfekte Komponente aus.
00:10:10: Ich mache etwas künstlerisches Aber gleichzeitig habe ich mich halt auch schon immer total doll für technische Zusammenhänge interessiert.
00:10:17: Und ja, das war dann wie so eine Leidenschaft die ich dann entdeckt habe.
00:10:20: also von da an bin ich zu Konzerten nicht mehr nur mit dem Blick gegangen auf die Band sondern dass ich wirklich geschaut hab was hängen hier für Lampen?
00:10:27: Was können sie denn so und was machen die denn so?
00:10:29: Und auch schon da auch wenn ich dann noch keine Ahnung von irgendwas hatte habe ich immer das sehr kritisch beachtet und hab dann mal gleich, weil die Einzige aus der Gruppe gesagt hat, na habt ihr das gesehen bei dem Licht was da passiert ist?
00:10:39: War es nicht Wahnsinn?
00:10:40: oder auch habt ihr nicht gesehen wie der Fehler gebaut hat oder wie die Lampe kaputt war.
00:10:44: Ja und so kam ich dazu.
00:10:46: Und
00:10:46: du hast dich denn hier beworben?
00:10:48: Ja
00:10:49: auch
00:10:50: aber zuerst habe ich Praktikars gemacht Also erst Schüler-Praktikas in so einer Verleihbude für Veranstaltungstechnik, weil damals dachte ich noch, ich mache eher so Touring Zeug und mir war noch gar nicht so richtig bewusst das es am Theater ja auch diesen Ausbildungsberuf geben muss wenn da Leute das Licht machen.
00:11:10: Und dann habe ich an einem anderen Berliner Theater einen Praktikum und im Probearbeiten gemacht.
00:11:16: kurz bevor ich mit der Schule fertig wurde, war auch total sicher dass ich da meine Ausbildung mache.
00:11:21: Es hat mich dann aber vorsorglich noch bei ein paar anderen Theatern beworben.
00:11:24: Und eins davon war das Deutsche Theater.
00:11:26: und dann habe ich hier zuerst die Zusage bekommen, und es auch bis heute nicht bereut mich dann für hier entschieden zu haben tatsächlich ja.
00:11:33: Das waren halt das mit den größtentechnischen Ausstattungen.
00:11:36: Das war natürlich ziemlich klar wohin dann die Reise gehen muss.
00:11:39: Das ist toll.
00:11:40: Wie sieht diese Ausbildung aus?
00:11:43: Man wird in allen Bereichen ausgebildet, also Ton-, Videolichtbühne als Veranstaltungstechnikerin.
00:11:51: Genau das ist dann Fachkraft für Veranstaltungstechnik und eine IHK-Ausbildung.
00:11:56: Eine duale Ausbildung, man hat zwischendurch mal ne Woche Schule ein Mal im Monat.
00:12:00: Ansonsten ist man in seinem Betrieb, wo man lernt.
00:12:04: Hier am Haus ist es speziell so ... immer drei Monate in einem der technischen Gewerke ist, also sprich drei Monate bei der Bühntechnik.
00:12:12: Drei Monate bei Beleuchtung, drei Monate beim Ton und Videos ist hier zusammengefasst.
00:12:17: Und so geht das dann eben über die drei Jahre Berufsausbildung hinweg durch, sodass man in allen Gewerken möglichst ein bisschen was lernt und mitnimmt und am Ende hat man ganz viele Prüfungen und ist dann hoffentlich am Ende Veranstaltungstechnikerin oder Veranstaltungstechniker.
00:12:32: Und es blieb dann auch deine Leidenschaft zusammen, obwohl du andere Bereiche gesehen hast.
00:12:36: Es bliebt dann bei Beleuchtung?
00:12:38: Ja total!
00:12:38: Das war sogar so krass dass ich eigentlich gar keine Lust hatte auf die anderen Bereichen.
00:12:44: Gerade durch Ton habe ich mich ganz schlimm durchgequält und war bestimmt eine der schlimmsten Azubis überhaupt weil ich mich da wirklich eigentlich gar nicht interessiert habe und wusste.
00:12:51: Ich musste aber jetzt durch und ja in Beleuchten bin ich aber total aufgegangen.
00:12:57: Nur verstärkt der Wunsch, das zu machen.
00:13:00: Man muss durch die Ausbildung durchfahren, das wird man nicht beleuchter.
00:13:04: Und dann hast du noch deinen Meisterbrief?
00:13:06: Den
00:13:08: habe ich jetzt fast anderthalb Jahren gemacht.
00:13:13: Den hab ich nebenberuflich entschieden, dass ich gerne mehr lernen will zum Thema und vielleicht ... auch noch in andere Richtungen mich weiterbilden möchte und hab dann gesagt, gut ich mach noch einen Meister oben drauf damit ich mich noch intensiver mit dem Ganzen befassen darf.
00:13:28: Und wie viele seid ihr in der Beleuchtung vom Deutschen Theater?
00:13:32: Oh Gott das weiß ich ehrlich gesagt gar nicht aus dem Kopf.
00:13:34: da müsste ich jetzt erst mal nachrechnen aber es sind schon so ein ungefähr... Ich glaub's um die dreißig Kollegen sind wir bestimmt ja.
00:13:40: Wahnsinn!
00:13:41: Und davon wie viel Frauen?
00:13:45: Ich kann sagen, von der Beleuchtung Kammerspiele in denen ich arbeite.
00:13:48: Da sind wir drei Frauen plus unsere Beleuchttungsmeisterin also vier insgesamt.
00:13:54: und im deutschen Theater sind es auch jetzt einige geworden, einige neue Kollegen
00:13:58: Franzi.
00:13:59: Weißt du das?
00:13:59: Franzi hat's direkt.
00:14:01: Soll ich
00:14:01: noch mal ganz
00:14:04: kurz hier rein?
00:14:05: Also in einer Beleichtung arbeiten bei uns am Haus insgesamt dreihunddreißig Beschäftigte davon sind vierzwanzig Männer und neun Frauen.
00:14:14: Und ist es gut
00:14:15: oder
00:14:15: schlecht?
00:14:17: Nein, was heißt gut und schlecht?
00:14:19: Natürlich gibt's ja die strukturelle Geschichte.
00:14:22: Und natürlich auch so Frauen wie Charlie sind halt selten, die so affin sind für Technik.
00:14:28: Das merkt man durchaus, dass das auch in den Bewerbungsverfahren halt so ist, dass sich natürlich deutlich mehr Männer an diese Bereichen bewerben.
00:14:35: Aber es entspricht nicht der Parität, aber in den technischen Gewerken... Kriegen wir aber schon langsam eine Steigerung rein.
00:14:43: Also da gab es insgesamt, kann ich sagen für die ganzen technischen Bereiche, gab es ein Plus von ... ... achtundzwanzig Prozent in den letzten Jahren.
00:14:53: Ja gut das ist doch gut!
00:14:57: Vielleicht als Zahlen, die ich mir besser gemerkt habe.
00:15:00: In meiner Ausbildung war ich auf einer Berufsschulklasse von dreißig Schülern eine von drei Frauen, die die Ausbildung gemacht haben.
00:15:07: Also dagegen sind dann die neun auf dreinendreißig schon gar nicht so übel.
00:15:11: und auch jetzt in der Meisterschule, in der Weiterbildung da waren ich auch auf dreißzig Leuten mit zwei weiteren Frauen also auch drei Frauen auf Dreißig Leute.
00:15:20: Also sprich das ... Damit sind wir am Deutschen Theater doch ganz schön gut besetzt mit den Frauen an der Beleuchtung
00:15:26: Und das ist ja jetzt noch gar nicht so lange her, dass du deine Ausbildung gemacht hast.
00:15:29: Gab es da noch bestimmte Hindernisse für dich als Frau?
00:15:34: Hattest du das Gefühl, das spielt eine Rolle mit den anderen Azubis, dass Du eine Frau bist oder irgendwelche... Ja!
00:15:44: Also ich glaube hier so speziell am Theater nicht so häufig.
00:15:49: also Es gab durchaus dumme Sprüche von manchen Kollegen, die mittlerweile zum Glück alle in Rente sind.
00:15:54: Also das ist nicht mehr der Herstand.
00:15:55: aber wo dann schon gefragt wurde was willst du als Frau in einem technischen Beruf?
00:16:00: und du kannst ja irgendwie gar nicht so viel heben wie wir und du kannst da gar nicht mithalten und das technische Verständnis ist gar nicht da überhaupt.
00:16:08: also so sprüche gab es schon und
00:16:10: mittlerweile
00:16:11: kann ich vom glück reden dass das zumindest hier am Theater für mich nicht mehr der Fall ist, allerdings auf Gaspielen begegnet einem das immer mal wieder.
00:16:18: Also das ist nicht nur eine Sache während der Ausbildung.
00:16:20: ja also kommt immer mal vor.
00:16:22: Du meinst einen anderen Theater?
00:16:23: Ja
00:16:24: an anderen Theateren genau!
00:16:25: Gerade ich mache Beleuchtungsstellwerk hier am Haus, d.h.
00:16:28: ich programmiere Licht am Pult Und ich hatte mal auf einem Gasspiel einen Beleuchtungsmeister, der die ganze Zeit hinter mir stand und mir mal erklären wollte wie ich mein Job zu machen habe.
00:16:38: Und irgendwann hat er dann aber verstanden dass ich offensichtlich eine ganze Menge Wüste entauch in Krisensituationen recht schnell ne Lösung hatte.
00:16:44: Und dann hat er wirklich ... Ungelogen hat er seinen Stellwerkskollegen, die gerade zur Meisterschule ging das ist jetzt bestimmt auch schon fünf sechs Jahre her Ich war also noch gar nicht so lange ausgebildet Hat er wirklich ne Backpfeife gegeben und gesagt guckt euch das an Die Kleine kann net besser als ihr.
00:16:58: Jetzt gibt euch mal Mühe.
00:17:02: Man kann sich dann schon behaupten, aber es ist halt schade dass man es überhaupt muss.
00:17:07: Also eigentlich würde ich davon ausgehen das wenn ich irgendwo hinkomme die sich vorstellen können dass das deutsche Theater jetzt hier nicht irgendwie einen Idioten schickt der keine Ahnung vom Pult hat sondern dass die auch gewillt sind Kolleginnen und Kollegen zu schicken die wissen was ihre Arbeit ist um sie machen können.
00:17:24: Hast du's mal bereut?
00:17:27: Das klingt ja wieder ein Traumberuf.
00:17:29: Hast du es bereut, mal an das damit begonnen zu haben oder?
00:17:33: Nee gar nicht.
00:17:34: Also es gab in der Ausbildung Tatsache Momente die schwierig waren aber ich würde sagen dass lag eher daran dass ich recht schüchtern bin und die ja aus Bildung doch sehr anspruchsvoll ist.
00:17:42: man ständig neue Kollegen kennenlernt und dann ist es halt doch für mich persönlich so ein Männer dominierten Job doch anstrengender gewesen als es vielleicht gewesen wäre wenn ich ein paar weibliche Vorbilder gehabt hätte.
00:17:53: Aber im Großen und Ganzen habe ich das nie bereut und wird's immer wieder genauso machen.
00:17:59: Und dadurch, dass es ein männlich dominierter Beruf ist.
00:18:02: Gibt es denn da durch... Also wenn du in der Abteilung bist?
00:18:06: Gibt das irgendetwas wo du sagst, das müsste sich noch ändern dafür, dass noch mehr Frauen in den Beruf kommen oder da gibt's einfach noch Nachholbedarf?
00:18:16: Also ich würde gar nicht mal das nur so auf meine Abteilungen sondern generell auf die technischen Gewerke beziehen und ich glaube Das ist zwar viel Verständnis schon entstanden aber es gibt oft noch irgendwie Blöde Witze, die vielleicht gar nicht so überlegt sind.
00:18:31: Öfter Kommentare zu der Optik anderer Frauen jetzt gar nicht mal zu mir sondern einfach in meinem Beisein dass dann irgendwie kommentiert wird.
00:18:38: Kollegin XY sollte nicht so einen tiefen Ausschnitt tragen oder wie dahinter von der oder der Kollegin aussieht wo ich dann so denke ne das gehört ja einfach nicht her und ich glaube wenn es da feinfühlige Menschen gibt die hier gerne Ausbildung machen wollen dann könnte das sie schon davon abhalten einfach weil es halt nicht richtig ist und man sich vielleicht nicht mit dem auseinandersetzen möchte, sondern lieber sagt man macht was anderes wo man nicht von solchen Kollegen umgeben muss.
00:19:04: Ja oder dass einfach solche Bemerkungen immer weniger werden?
00:19:08: Und die Männer, die nicht solche Bemirkungen machen dann in dem Moment die anderen darauf hinweisen nicht nur wir Frauen, sondern eben... Genau!
00:19:16: Männer sich gegenseitig.
00:19:25: Ich würde jetzt Katrin befragen.
00:19:27: Katrin du bist ja unserem Ausstattungsleiterin.
00:19:33: Und du hast ja angefangen diesen Beruf zu wählen, da war das noch gar keine Frau?
00:19:41: Es
00:19:42: gab wirklich sehr wenig Bühnenbildnerinnen.
00:19:44: Wie bist
00:19:45: denn du darauf gekommen?
00:19:48: Ich komme aus einem Hintergrund der sehr kunstinteressiert ist und war.
00:19:53: ich war viel im Theater auch als Schülerin und irgendwann dachte ich es ist völlig verrückt.
00:19:58: dass gibt ja Leute die machen das.
00:19:59: Also das ist ja ein Beruf.
00:20:01: Wenn ich auf die Bühne gucke und sehe, dass
00:20:03: alles
00:20:04: auch Licht unter anderem natürlich... ...dann wurde mir so klar, natürlich!
00:20:08: Man beschäftigt sich mit dem Text, man beschäftigt mich mit Musik Und es gibt eben diese ganze Visualisierung.
00:20:13: Da ich irgendwie auch immer einen Interesse an Handwerk hatte und Architektur war mir relativ schnell klar, dass ich jetzt unbedingt machen möchte.
00:20:21: Und unbedingt dann Bühnen?
00:20:23: Bühn und Kostüm.
00:20:24: Ich habe ehrlich gesagt bis ich Mutter geworden bin, hab' ich immer beides gemacht Und dann musste ich mich irgendwann mal ein bisschen entscheiden, wie ich zeitlich irgendwie weitergehe und dann ist mein Schwerpunktbühne geworden.
00:20:35: Du hast mir beim Vorgespräch erzählt, dass du ziemlich getestet wurdest am Anfang?
00:20:41: Naja!
00:20:43: Ich komme aus Süddeutschland.
00:20:44: Ich war in dem Theater der Stadt wo ich aufgewachsen bin.
00:20:50: bekommen in der Ausstattungsleitung.
00:20:51: soweit so gut, das ging auch noch irgendwie ganz gut.
00:20:53: Dann brauchte ich aber noch ein Praktikum im Mahlsaal um mich an Kunstakademie zu bewerben und da hieß es ja gleich mal von vornherein dass es nicht geht weil es in dem Haus keine Toiletten für Frauen gibt und keine Umkleiden und deswegen können auf Frauen kein Praktikum machen.
00:21:06: Punkt
00:21:07: Das war jetzt nicht unbedingt eine Einladung, sondern eher ein Aufruf zum Trott.
00:21:12: Ich weiß, dass ich damals immer gesagt habe, es interessiert mich gar nicht erstens gehe ich nicht auf Toilette und zweitens komme ich in meiner Malerkleidung selber!
00:21:20: Dann hab' ich mir einen Platz geschaffen.
00:21:22: dann konnte ich ein Praktikum machen und na klar da wurde man echt hart getestet.
00:21:26: also das war einfach so.
00:21:28: Also ich weiß, dass ich in den ersten Tagen die schwersten Eimer mit Farbe zu holen hatte.
00:21:32: Von einem fünf Meter hohen Regal.
00:21:34: Ich musste Dinge machen, wo einfach völlig klar war entweder fängt sie irgendwann an zu beinen oder sie hält es durch.
00:21:40: und als ich's dann durchgehalten habe, dann wendete sich auch das Blatt.
00:21:43: Das ist ja manchmal ganz lustig dann in solchen Kreisen.
00:21:45: Dann hattest du den Respekt sozusagen verdient?
00:21:47: Da
00:21:47: hat man sich natürlich den Resekt verdient qualvoll!
00:21:50: Und dann wurde mein auf einmal honoriert.
00:21:52: Dann dachte ich natürlich nur a, sie mal an geht doch warum nicht von Anfang an?
00:21:59: Und wie
00:21:59: ging es dann weiter?
00:22:02: Ich habe Praktikum gemacht, dann habe ich assistiert und ein Studium gemacht.
00:22:06: Ich habe in London studiert, Bühnen- und Kostümbild.
00:22:09: Wie bist du auf London gekommen?
00:22:12: Das ist eigentlich wahrscheinlich irgendwie ... Ich wollte ins Ausland.
00:22:18: Ich wollte was anderes sehen!
00:22:20: Ich habe das Abenteuer gesucht offensichtlich.
00:22:23: Und als ich zurückgekommen bin... Aber
00:22:25: wie lange warst du in London und was war das Studium
00:22:29: für Bühne
00:22:29: und Kostüme?
00:22:30: Ich habe ja
00:22:31: keinen Vergleich.
00:22:33: Kein Vergleich, ich hab das gemacht.
00:22:34: Insofern kann ich es gar nicht vergleichen.
00:22:37: Ich war überrascht, weil das ganze Bildungssystem sehr anders war.
00:22:40: Die haben sich stärker ausgerichtet an Bauhausprinzipien und haben vor allen Dingen ganz anders gearbeitet, nämlich statt immer darauf hinzuweisen was man falsch macht oder nicht kann waren die unheimlich höflich und meinten oh your color sense is beautiful... Und dann kam die Kritik!
00:22:55: Dann kam was man vielleicht irgendwie noch hätte machen sollen oder nicht?
00:22:58: Es war sehr frei also wirklich ein Kunstakademie-Studium.
00:23:02: Und ja, da war ich dann einige Jahre.
00:23:05: Dann bin ich eben zurückgekommen und habe eine feste Assistentenstelle angetreten.
00:23:10: Wo?
00:23:11: Damals am Schauspiel Bonn.
00:23:14: Weil die eben auch, weil ich Englisch konnte ... Die waren internationaler ausgerichtet.
00:23:18: Die hatten damals schon die europäische Bienale und haben sich gefreut, dass da jemand ist, der vielleicht mal übersetzen kann.
00:23:23: Warst du immer noch die einzige Frau?
00:23:27: Nee, nee!
00:23:29: Da waren wir mehrere Frauen.
00:23:31: Wir machen immer so ein Vorgespräch mit unseren Gästinnen, damit wir wissen wie die sind und so.
00:23:40: Dass wir uns auch ein bisschen beruhigen.
00:23:42: Aber wir kennen uns schon ganz lang, Katrin und ich als Ewigkeiten.
00:23:46: Deswegen habe ich eigentlich gar nichts abgefragt.
00:23:47: aber was ich noch weiß ist das du gesagt hast Ich musste durchhalten bis ich einen Punkt kam wo ich eine Wirksamkeit hatte um dann etwas zu verändern.
00:23:57: Da wollte ich dich noch näher dazu befragen.
00:24:01: Naja, ich glaube das ist für uns alle wahrscheinlich so ein Thema.
00:24:07: Also ich fand Assistieren... also ich habe damals einen Anfängervertrag unterschrieben.
00:24:11: über zwei Jahre.
00:24:12: Im Theater ist es so wir gehen ja nicht über Kalenderjahre Wir gehen über Spielzeiten.
00:24:17: bei uns beginnt das Theater Jahr im Herbst und Da gibt es so eine Regel, wenn man nicht mehr weitermachen will.
00:24:22: Im Oktober zu kündigen hat und ich habe im September angefangen und habe im Oktober gekündigt.
00:24:27: allerdings war klar Ich muss die zwei Jahre machen weil ich schon sauer war Weil ich es wirklich hart fand, also ich fand Assistieren wirklich hart.
00:24:35: Ich habe eigentlich in erster Linie männlichen Kollegen assistiert.
00:24:38: Wir haben unheimlich viel Produktion gemacht.
00:24:39: wir hatten überhaupt keinen stundenschutz das waren locker gern und gut sechzig setze stundenwochen.
00:24:45: die tage gingen ewig bis in die puppen.
00:24:47: nach den proben wurde ewig noch diskutiert.
00:24:50: Die älteren kollegen tranken dabei gerne irgendwie auch das eine oder andere, was auch immer.
00:24:56: Wir hatten damals noch eine Zeit vor WhatsApp oder E-Mail,
00:24:59: d.h.,
00:24:59: wir hatten dabei zu sitzen und irgendwie noch zu notieren, was an Änderungen ist für den nächsten Morgen.
00:25:04: Das fand ich so ein Zustand der war so fern von Selbstbestimmung.
00:25:11: also es war so das Gegenteil dass natürlich ist man begeistert beteiligt der Kunst.
00:25:19: Aber wenn sogar kein Schutz besteht und man eigentlich da nur immer so steht, und irgendwie klar mache ich noch es schon zwei Uhr morgens aber klage ich um acht in die Werkstätten ja das kann man schon gerne machen aber das sind natürlich jetzt nicht Bedingungen dies einem leichter machen.
00:25:36: und natürlich hat mich die Frage beschäftigt wann kommt man an dem Punkt wo man selbst gestalten kann also auch wie Arbeit abläuft?
00:25:46: Erst seit ganz kurzem verändert, dass es da sozusagen auch einen Schutz mit den Arbeitszeiten gibt und so.
00:25:53: Dafür hast du's dann ja sehr lange durchgehalten.
00:25:55: Naja ich habe ja nur zwei Jahre assistiert und ab da hab' ich frei als Bühne- und Kostümbildnerin gearbeitet.
00:26:01: Und wenn ich natürlich meine eigene Produktion machen kann ich ja entscheiden Ob ich bis in die Puppen, bis zwei diskutiere oder ob ich um zehn sage nach der Probe.
00:26:09: Freunde für heute ist gut wir sprechen
00:26:12: morgen.".
00:26:13: Das ist natürlich als Spielerin musste man also ist man natürlich in dieser Verfügbarkeit immer gewesen.
00:26:20: und für mich war tatsächlich nach zehn Jahren Festengagement bin ich damals nach Berlin gekommen und habe einige Produktion in einer freien Szene gemacht.
00:26:30: das war Da weiß ich noch, da habe ich meine erste Produktion mit Hans Werner Krösinger.
00:26:39: Da hörte die Probe auf um fünfzehn Uhr... weil Kinder aus der Kita abgeholt werden mussten.
00:26:45: Und das war für mich ein totales AHA-Erlebnis, also da denke ich auch heute wie irre dass sich bis Mitte dreißig dachte diese Arbeitszeiten sind in Stein gemeißelt die stehen im alten Testament geteilte Probe von bis und Ich habe auch keinerlei Einfluss darauf und in den Endproben bis zwei Uhr sitzen.
00:27:05: und es war so dass ich dachte achso okay weil natürlich in einer freien Szene nicht so viel Geld dann auch für Babysitter.
00:27:11: Also am Stadt- und Staatstheater hieß es immer, der Paaren einer arbeitet für die Miete.
00:27:16: Einer für den Babysitter.
00:27:18: Und dass man tatsächlich auch Kunst machen kann wenn man von zehn bis fünfzehn Uhr probt und dann sich im Nachmittag nochmal auf die Probe vorbereitet.
00:27:27: Als ich mit Juli Schkat zusammen am Staatsthater Stuttgart war habe ich mit einer freien Gruppe dort etwas gemacht – mit Chishi Pop!
00:27:35: Da ging's auch um die Arbeitsstrukturen am Theater.
00:27:39: Wir standen immer so voreinander, die freie Gruppe und wir vom Staatstheater haben uns so beäugt und für die war das total merkwürdig dass wir eben alles... also dass wir so fremdbestimmt sind dass wir keinerlei Einfluss haben auf das, was wir spielen.
00:27:56: Also nicht groß und mit den Stücken und überhaupt... Und das war mein zweites Aha-Erlebnis also mal diese, da war ich dann schon vierzig, also diese hierarchischen Strukturen wirklich mal so in Frage zu stellen.
00:28:09: Da bin ich jetzt immer noch überrascht.
00:28:11: Dieses Erstaunen wird weiter bleiben als ich so zehn, fünfzehn Jahre in meinem Beruf dachte Es gibt gar keine andere Möglichkeit.
00:28:19: Naja, es war ja auch so!
00:28:20: Also das ist ja das was du wenn ihr vorhin über die Mithu-Debatte gesprochen habt... ...es war ja eigentlich so, es ging ja darum wir wollten unseren Platz diese Arbeit machen, weil man sie ja liebt und wunderbar findet.
00:28:34: Und gleichzeitig geht es um Vereinbarkeiten.
00:28:36: also wir brauchen ja... Also ich habe ja zum Beispiel auch zwei Töchter, ich hab Kinder bekommen und natürlich ging's immer um die Frage wie lässt sich das
00:28:44: vereinbaren?
00:28:47: Das müssen sich ja Frauen immer fragen lassen im Gegensatz zu Männern.
00:28:51: Ich würde mir übrigens allgemein wünschen, dass man das Männer immer fragt und sie auch genau erklären lässt wie genau Sie das machen möchte.
00:28:58: gerne hören wie sie die Kindergeburtstage vorbereiten während sie in einer anderen Stadt eine Produktion über die Bühne bringen oder sich um die Eltern im Pflegeheim kümmern.
00:29:08: ich möchte es wirklich ganz genau wissen und nicht nur in Interviews Nein, aber deswegen... Ich möchte es trotzdem natürlich auch von dir wissen.
00:29:20: Weil man muss schon sagen viele Kostüm- und Bühnenbildnerinnen die ich in meiner Zeit Laufbahn kennengelernt habe haben dann oft diesen Punkt gehabt wo sie dann aufhören weil das so kompliziert wurde mit Familie.
00:29:36: wenn ich jetzt so auf deine Karriere schaue und gucke wie du jetzt hier bist.
00:29:39: Und die Kinder sind groß, das ist ja eine große Anstrengungsleistung, die man geschafft hat organisatorisch und das waren ja bestimmt auch große Themen
00:29:50: Das war ein Dauerthema.
00:29:52: Es ist ein lebensbegleitendes Thema und erst jetzt, wo meine Töchter groß sind, merke ich auf einmal, guck mal da ist ja mal Zeit!
00:30:00: Ich habe jetzt mal Zeit.
00:30:04: Du hast wahrscheinlich nicht so viel in der Stadt gearbeitet, in der deine Familie lebt?
00:30:09: Nein, das ist natürlich so.
00:30:11: Das ist immer ganz verrückt.
00:30:12: Ja, nee, das war ... Ich hab natürlich immer Reiseaufwand gehabt.
00:30:17: Ich hatte Produktionen an anderen Städten.
00:30:19: alles mögliche ausprobiert, meinen Partner und ich.
00:30:22: Also mein Mann und ich wie wir es am besten machen können?
00:30:24: Wie viele Produktionen kann ich im Jahr leisten?
00:30:27: Wie viel Abwesenheit ist verträglich auch für mich übrigens.
00:30:29: also das ist ja nicht immer nur die Kinderperspektive.
00:30:32: Das ist ja auch das eigene Sein sozusagen.
00:30:35: Und wie kann man's organisieren?
00:30:36: Ich weiß dass ich einfach tatsächlich in meiner Karriere.
00:30:40: natürlich gab es dann auch Regie-Partnerinnen, die wollten eine massivere Präsenz also um nicht zu sagen, jeden Tag und jeden Abend.
00:30:49: Und ich habe einfach irgendwann für mich entschieden mit zwei Kindern in der normalen Probenzeit muss es möglich sein dass ich mit ein oder zwei Übernachtungen in der Woche weg bin und dann natürlich die Endproben durchgehend.
00:31:01: aber ich werde nicht acht Wochen am Stück in der anderen Stadt sein ohne Kinder.
00:31:06: Natürlich kostet das einen Preis oder einen Diskurs weil dann zeigt sich eben ob man PartnerInnen hat die damit umgehen können dass man halt irgendwie entscheidet Wann in dieser Woche ist es wirklich wichtig, dass ich da bin.
00:31:19: Dann bin ich nicht da und bin erreichbar.
00:31:22: Das sind ja alle Strukturen, die muss man erst mal schaffen bauen.
00:31:24: Man braucht Vertrauen ...
00:31:26: Aber das ist was, was du alles ziemlich alleine machen musstest?
00:31:29: Total!
00:31:29: Und hat sich das für dich verändert?
00:31:32: Die Kinder
00:31:33: sind älter geworden.
00:31:35: Ja, aber ich meine jetzt auch sozusagen im Sinne von... Also weil wir ja vorhin nochmal über Mitur gesprochen haben.
00:31:40: Dass es in der Vor- und Danachgabe.
00:31:41: Für mich war das zum Beispiel so, dass ich gemerkt habe die Realität in der Ich Bin ist nicht die Realität, die ich dachte und dass ich nicht allein bin.
00:31:51: Und wenn ich den Mund aufmache über Dinge spreche, dass sich dann merke aback hat was zu erzählen.
00:31:56: oder hier sind noch ganz viele andere Kollegen in einem Raum.
00:31:58: Dann fangen wir an darüber zu reden, dann merk' ich Krass, ich hab die ganze Zeit irgendwie allein rumgeaggert und rumgetobt.
00:32:05: Und wie du auch vorher gesagt hast man ist so fehl ja und oben einer rum sind lauter Typen Die sind ja auch alle das so, aber man ist dann mit sich selber beschäftigt.
00:32:14: Ja, aber es hat sich wirklich viel verändert.
00:32:16: Genau!
00:32:16: Also ich meine, wir sind ja generationswechselig.
00:32:18: Ich weiß noch als ich meine erste Werkstattabgabe hatte in einer anderen Stadt normalerweise war ich die, die immer gedrängt hat also das Ding irgendwie jetzt mal zu klären damit ich irgendwie zum Zug kann und wieder erfahren.
00:32:29: Und dann sitze ich da und da ist halt ein relativ junger Werkstättenleiter und der guckt auf die Uhr um halb vier und sagt er müsste jetzt die Sitzung beenden weil er holt jetzt seine Kinder ab.
00:32:40: Natürlich hat sich auch unter den ganzen männlichen Kollegen, mit denen ich arbeite, sehr viel verändert.
00:32:47: Die haben ja auch Frauen, die arbeiten und so weiter... Also der Blick hat sich geändert!
00:32:51: Ich verstehe zwar sehr was du sagst Charlie, ich kenne noch dieses ganze Witzkommando.
00:32:55: also ich weiß auch was da manchmal an Witzen so hinter einem durchläuft und man denkt stopp das gehört jetzt einfach nicht mehr hierher als es adressiert sich nicht mehr an uns aber Tatsächlich noch tat, also da wurde man direkt objekt des Witzes.
00:33:14: Ach aber das kenne ich auch noch ganz gut!
00:33:19: Aber es hat sich wirklich viel verändert und das muss ich schon sagen.
00:33:22: Es hat sich richtig viel verändert.
00:33:24: Und gibt es irgendwas für dich was nicht mehr verhandelbar
00:33:27: ist?
00:33:28: Ja vieles.
00:33:31: Weder bin ich ziel von Witzen Also garantiert nicht.
00:33:36: Bestimmte Sachen sind nicht lustig, die dürfen nicht stattfinden.
00:33:40: Hierarchisches Treten nach unten darf nicht stattfinden.
00:33:43: Ich finde es einfach absolut nicht zu akzeptieren wenn Menschen in der Machtposition sind dann einfach um sich damit wohler zu fühlen und sich die Schwächeren aussuchen.
00:33:53: also ich finde einfach Schutz von hospitierenden, Schutz von Assistenten ist wichtig.
00:33:57: Assistierende sind dem aber oft noch direkter ausgesetzt.
00:34:01: Und ich finde, jeder hat ein Recht darauf, dass wenn er merkt das seine Kräfte schwindet oder dass er einfach eine Pause braucht.
00:34:07: Dass er auch mal eine Pause braucht.
00:34:09: Hat dich das viel Kraft gekostet in diesem Männerdominierten Beruf durchzugehen und so lange zu sein?
00:34:20: Ich kann es ja nicht vergleichen weil ich nur das eine Leben lebe und nicht weiß was aus mir geworden wäre, wenn ich das nicht getan hätte.
00:34:26: aber ich bin mir sicher Das hat mich phasenweise sehr viel kraft gekostet und vor allen Dingen das schwingt ja immer ins private dann hinein.
00:34:35: also man braucht Ja, immer menschen die das mittragen Also dass das bedeutet irgendwie natürlich auch eine belastung für die partnerschaft oder man muss klären wie man es gemeinsam in kriegt wie man stimmt.
00:34:46: aber Es gibt ja das stimmt.
00:34:48: Man lebt nur das eine leben aber es gibt ja trotzdem.
00:34:51: ich habe jetzt hier am deutschen theater in einigen produktionen gearbeitet wo Also die fast reine Frauenproduktion zum Beispiel waren und diese Räume, die fühlen sich einfach komplett anders an.
00:35:07: Und sei es wie man miteinander redet aber sei es auch wie man spielt.
00:35:14: also wenn ich das selbst mit der Produktion Liebling vergleiche da habe ich zum ersten Mal gespürt als wir dann so eine öffentliche Hauptprobe hatten dass jetzt der Raum wieder ein anderer ist.
00:35:27: auf mir ist und trotzdem ich würde auch sagen, ich kann das gar nicht immer als Frau so sagen wie sich das anfühlt irgendwo zu sein aber ich habe schon.
00:35:35: natürlich merke ich dass die Anpassungsleistung oft sehr groß ist oder ich kann es vielleicht auch vergleichen mit als zum Beispiel schwarze frau in der weißen Mehrheitsgesellschaft.
00:35:44: Ich hab nicht das Gefühl sehr viel Erfahrung mit Rassismus gemacht habe.
00:35:48: Und trotzdem gibt es ja Strukturen und strukturellen Rassismus, und ich erinnere mich sehr als ich bei der Berlinale, im Jahr zwei Tausend Achtzehn gab es einen Panel und da waren sehr viele schwarze Filmschaffende.
00:36:01: und dann haben sie irgendwann vom Podium gesagt alle schwarzen Filmschaffenden sollen doch mal aufstehen.
00:36:06: und plötzlich stand ich in einem Raum und habe mehrere hundert schwarze Filmschaffende gesehen.
00:36:11: Und das war zum Beispiel plötzlich so ein Gefühl, wie atmen zu können oder einen Gewicht von zwanzig Kilo weniger zu haben.
00:36:18: Das war mir nicht bewusst vorher, dass ich es hatte.
00:36:21: Ich glaube, das hat man natürlich auch als Frau in bestimmten
00:36:24: Positionen... Ja da hast du sicher recht!
00:36:27: Also ich denke, Das muss ja eine verrückte Erfahrung für dich gewesen sein, fällt mir gerade
00:36:32: auf.
00:36:32: Ja also es war toll.
00:36:34: und jetzt gibt's dieses... die schwarze filmstaffende Community, die hat jedes Jahr zur Berlinale treffen und Panels und Partys und ist
00:36:46: das toll!
00:36:47: Da
00:36:47: konnte ich jetzt gerade
00:36:48: einfach so drüber weggehen.
00:36:49: Ich weiß dass ich vor paar Jahren, ich glaube vor so zehn Jahren oder so da habe ich dann mal Da ging es langsam los, dass ich mich gefragt habe ob mich das härter macht.
00:36:59: Bin ich der Mensch, der ich sein will?
00:37:02: Werde ich zynischer oder bitterer?
00:37:04: Fange ich an.
00:37:04: durch diesen Kampfmodus verändert mich das als Mensch und da weiß ich, dass in so einem Prozess mit mir war, dass sich darüber nachgedacht hat viel und noch mehr darauf geachtet hab, in welchen Kontexten ich tätig sein will.
00:37:19: Das setzt natürlich immer voraus, das hört sich jetzt lustig an Man hat ja auch nicht immer, immer nur die Wahl.
00:37:26: Es gibt Kontexte, die können künstlerisch wahnsinnig spannend sein aber man weiß schon das ist eine sehr belastende Arbeitsepisode, die da auf einen zukommt.
00:37:34: Das sind ja immer Mischungen oder Konklomerate aus verschiedenen Persönlichkeiten und Strukturen unter Orten.
00:37:41: Bist du dankbar?
00:37:44: Ja ich bin dankbar!
00:37:46: Ich bin vor allem meine Familie dankbar.
00:37:49: Ich bin tatsächlich meiner Familie dankbar.
00:37:51: Ich bin meinen Töchtern seitdem gegenüber und tatsächlich auch meinem Partner, mit dem ich jetzt schon seit über dreißig Jahren zusammen bin und der das einfach alles mit mir gestemmt hat.
00:38:00: Toll!
00:38:07: Dann kommen wir von dir aus der sozusagen aus dem sehr männlich dominierten Berufsfeld zu.
00:38:14: Franziska du arbeitest in einem Berufsfeld dass sehr weiblich dominiert ist oder zumindest Ja, immer sehr weiblich gelesen war.
00:38:24: Maskenbild oder?
00:38:25: Das hat sich wahrscheinlich auch verändert... Es hat
00:38:28: sich verändert glaube ich.
00:38:29: Also das war glaube ich früher irgendwie noch so in den Sechziger-Siebzigerjahren.
00:38:35: Wir hatten jetzt zum Beispiel sehr viele männliche Kollegen und es wurde jetzt im Zuge der letzten zwanzig Jahre
00:38:41: geworden.
00:38:41: Ist es wahrscheinlich halbe Halbe oder?
00:38:44: Und sag mal du kommst auf!
00:38:45: Aber wir hatten noch nie einen Maskenschiff gehabt oder bevor wir hier gekommen sind.
00:38:49: Nein, eine Maskenchefeln.
00:38:51: Ja, schon so oben war es.
00:38:53: Genau!
00:38:54: Hat das du schon eine Maskechefin?
00:38:56: Nee ich bin ja schon Ewigkeiten hier also auch vorher als ich am Berliner Assommel gearbeitet habe da war's auch noch ein Maskenmüllnerchef.
00:39:03: Also ist ganz oft an den Häusern wo ich dann halt war dass eher die Chefs männlich sind und dann darunter die Frauen arbeiten was man manchmal so Hahn und Hennenprinzip nennt.
00:39:17: Aber hast du eine Erklärung dafür, warum so selben Frauen dort die Abteilungen leiten?
00:39:24: Also ich glaube es nimmt immer mehr zu.
00:39:26: aber ich glaube das ist ... Nee, ich hab ehrlich gesagt keine Erklärungen.
00:39:30: Okay,
00:39:32: muss ja nicht!
00:39:34: Ich glaub es ist von damals natürlich aus einer Struktur geboren, wo die eben immer dass Männer tendenziell sich vielleicht auch Leitungspositionen schneller einfach gegriffen haben oder auch das Vertrauen in Männer sozusagen, in Form von Führung.
00:39:48: Dass immer etwas war was man vielleicht stärker gesehen hat und sie ja dann auch immer ... Man sagt auch mal Männer suchen dann auch Männer aus.
00:39:55: aber das ist natürlich schon so ein Schulterschlussprinzip.
00:39:58: wenn man viele Abteilungsleitungen hat die männlich sind Dann stellt man es halt irgendwie auch sehr subjektiv natürlich auch gerne irgendwie ein oder man kennt sich...
00:40:07: Das ist eine Stelle die ausgeschrieben wird oder?
00:40:10: Ganz normal auf die kann sich theoretisch jeder bewerben.
00:40:13: Also, wenn denn so eine Stelle frei wird ist das aber vor zwanzig oder dreißig Jahren wurden diese Stellen noch nicht ausgeschrieben.
00:40:19: Dieses Prinzip hat gerade im Kunstbereich irgendwie dass man anfängt sozusagen Stellen tatsächlich in so ne Vacanz zu geben und auch ein größer auszuschreiben.
00:40:29: Das gibt es eigentlich noch nicht so lange.
00:40:32: Das war früher nicht so der Fall.
00:40:34: Da hat man sowas ein bisschen verabbekommen und so ah jetzt... Der ist ja ganz gut und dann nimmt man den noch.
00:40:40: Verstehe!
00:40:41: Du bist ja von uns allen als längste am DT.
00:40:45: Ja, also wie viele Jahre mittlerweile?
00:40:49: Dreiundzwanzig
00:40:50: Jahre Wahnsinn!
00:40:52: Du kommst nämlich aus Berlin, aus Berlin-Kauldsdorf hast dort auch deine Schule beendet und hast ähnlich wie Charlie dann sehr schnell gewusst was du machen wolltest richtig?
00:41:04: Ganz so war es vielleicht nicht, aber in die Richtung ging es schon.
00:41:08: Ich wusste, ich will irgendwas machen, ob jetzt Film oder Theater.
00:41:13: Da war ich noch unschlüssig.
00:41:15: Aber ob es in Richtung Kostüm oder Maske geht, das wurde schon deutlich.
00:41:22: Du kommst ja auch aus einem künstlerischen Haushalt, hast du erzählt?
00:41:24: Deine Eltern waren bei der DEFA.
00:41:26: Deine Mutter war Szenografin.
00:41:28: Dein Vater war Grafiker.
00:41:30: Hast du dann da auch schon so reinschnuppern können als Kind?
00:41:32: Bist du damit beim Film gewesen und ...
00:41:35: Ja, schon!
00:41:36: Also das war halt... also ich bin ja auch zu DDR-Zeiten noch geboren irgendwie.
00:41:40: Und dann war es halt einfach immer auch so dieser gesamte Freundeskreis Der halt natürlich von Eltern immer da ist und dann wird man als Kinder auch immer ein bisschen mitgelurrt und dann lernt man das natürlich so ein bisschen kennen ohne jetzt alles da genau sozusagen erklärt zu bekommen.
00:41:55: Aber es war schon irgendwie, man kriegt so einen Eindruck von dieser Atmosphäre und das war's glaube ich was mich da eher gepackt hat gar nicht so.
00:42:03: Ich will unbedingt diesen Beruf sondern ich will in diese Atmosphere.
00:42:06: Und wie bist du dann beim Mastenbild gelandet?
00:42:10: Also ich habe dann so überlegt Was würde denn jetzt so gehen?
00:42:13: und dann hab' ich ehrlich gesagt Damals war das ja noch Zu der Zeit, wo ich das gemacht habe, war es noch kein geschützter Beruf.
00:42:19: Das ist jetzt auch ein klassischer Ausbildungsberuf geworden den ich finde da ist wirklich viel reingepackt.
00:42:24: aber damals war's so dass man erst eine Ausbildung machen musste als Friseurin oder als Kosmetikerin um dann irgendwo einen Volontariat oder ein Studium als Maskeminderung zu machen.
00:42:35: Es war so ein Fachhochschulsstudium.
00:42:38: Dann hatten das gedauert?
00:42:40: Sechs Jahre.
00:42:41: Ach krass!
00:42:42: So lange?
00:42:42: Ja
00:42:43: sechs Jahre oben Maskeninnen und zu werden Genau.
00:42:46: Und bist du danach dann hier am DT gelandet?
00:42:49: Ich habe die Ausbildung hier gemacht, also es hieß gar nicht ausbildung damals das nannte sich voluntariat und
00:42:55: Das war
00:42:56: auch immer sowas was so.
00:42:58: da gab's jetzt nicht so und so viele plätze sind Jetzt frei sondern man hat sich halt einfach beworben.
00:43:02: und irgendwie Dann weiß ich noch wurde man hier eingeladen und dann war alles so riesig gerunden Man musste vorschminken zeichnungen machen Es war wie so eine aufnahmeprüfung die ja auch stattfand Und danach hatte man noch zwei Mal Termine, wo man dann nochmal ein Gespräch hatte und irgendwie mit dem Chefmasken-Milner.
00:43:18: Also es war so sehr ausgewählt eigentlich!
00:43:21: Da war einen riesen Anrang und ich hatte damals eben noch nicht studiert oder da irgendwas gemacht und dachte, oh Gott, ich habe wahrscheinlich gar keine Chance, weil ich halt eine Friseursbildung gemacht hab.
00:43:31: Und nach dieser Friseurausbildung oder auch währenddessen schon dann viel so einer Freien Szene umhergetingelt bin und immer so geguckt habe, wo kann ich Maske machen?
00:43:42: Und dann bin ich halt hier gelandet und habe diese Aufnahmeprüfung gemacht.
00:43:46: Dann wurden auch so Fragen gestellt, warum wollen sie das unbedingt machen?
00:43:49: Und alle reden ja so kreativ und dies und jenes.
00:43:52: Ich dachte so weiß ich noch gar nicht und hab dann eigentlich auch nur von meinem Erlebnis aus seinem Praktikum aus der komischen Oper berichtet wie ich da die Tänzer wahrgenommen habe und Tänzeren wie die wirklich auf der Bühne
00:44:05: Wahnsinns-Körperhaltung
00:44:06: und Spannung kamen.
00:44:07: Sobald sie nicht mehr zu sehen sind, brechen die quasi zusammen Rauchen, Trinken ...
00:44:12: Man denkt so
00:44:12: was ist denn hier los?
00:44:14: Und irgendwie war das aber auch toll!
00:44:15: Da will ich
00:44:16: hin.
00:44:17: Ja, aber das war so... Aber es war ja... Und dann diese Hektik, dann ziehen die sich wahnsinnig schnell oben.
00:44:22: Man kann sich das immer gar nicht vorstellen.
00:44:23: Auf der Bühne sieht man halt immer nur so
00:44:25: vielleicht sieben
00:44:25: Protagonisten und da hinten ist es wie ein Ameisenhaus.
00:44:28: Ist das
00:44:29: immer noch so für dich?
00:44:30: Absolut.
00:44:31: Aber wir rauchten doch gar nicht mehr so
00:44:33: viel.
00:44:33: Nein, aber Aber es gab ja früher Zeiten, wo auch das passierte.
00:44:37: Stimmt, da
00:44:38: war's noch lustiger!
00:44:39: Da konnte man früher in den Kantinen rauchen und so... Überall
00:44:42: konnte man auch im Schauerraum.
00:44:44: Ja überall.
00:44:48: Und wenn du dreinzehntig Jahre am DT eben geblieben bist dann heißt dass für dich das ist so gut war, dass es nie Grund gab wegzugehen oder?
00:44:57: Ja, würde ich schon so sagen.
00:44:59: Ich habe auch echt damals oft mir diese Frage gestellt, okay sollte ich jetzt woanders hingehen oder wie auch immer?
00:45:04: und ich muss sagen dass sich dieses Theater aber wenn man an einem Ort bleibt weil es ja auch dieses Prinzip gibt das es Intendanzwechsel gibt und neue Leute ans Haus kommen, wo ich dachte, ich brauche mein Arbeitsplatz gar nicht wechseln.
00:45:15: Das passiert irgendwie automatisch.
00:45:17: Wie viele hast du erlebt?
00:45:18: Wie viel Wechsel?
00:45:21: Was hat sich verändert seitdem?
00:45:23: Also du warst Wilmsfam am Anfang, dann Rese
00:45:27: kurz in...
00:45:28: Ah so, Wahnsinn.
00:45:29: Langhof, Wilms, Rese,
00:45:31: Kurn
00:45:32: und jetzt Laufenberg Und hast Du das richtig gespürt?
00:45:37: auch immer den Wechsel in Deiner Abteilung
00:45:40: Also direkt jetzt in meiner Abteilung nicht, weil da ist es natürlich so sehr schön dass ich halt sagen kann.
00:45:45: Ich werde mit meinen Kollegen zusammen alt.
00:45:46: also sind wirklich sehr viele auch schon wahnsinnig lange da und das ist so wie schön zu sehen irgendwie in dem man sagt hey du kriegst langsam graue Haare.
00:45:52: Das ist ja ein Ding!
00:45:53: Jetzt kennen wir uns schon zwanzig Jahre.
00:45:56: Und irgendwann hat Aldi aufs und abes natürlich noch einen sehr... privates, also miteinander dadurch.
00:46:01: Das ist wirklich wie so ein wirklich gutes Collegium mit dem man da einfach zusammen über diese Jahre geht und viele von denen sind auch wirklich solange auch schon da und noch länger als ich.
00:46:11: Und hat dich die Leitung mal interessiert?
00:46:14: Nee bis jetzt doch nicht!
00:46:16: Aber damals als dieser Postenbesetz, wo das war, Ja, im Jahr two-thausend drei.
00:46:25: Da war ich ja auch noch relativ am Anfang meiner Laufbahn als Maskmilnerin und da war das für mich überhaupt nicht Thema.
00:46:32: Und wenn jemand Abteilungsleiter ist oder nicht gekündigt wird bleibt man das halt auch.
00:46:38: Unser Maskmilnerschef ist schon sehr lange in dieser Position.
00:46:42: also dass diese Fluktuationen genau in diesen Bereichen die eher in diesen Gewerken sind nicht so stark.
00:46:48: Also es passiert mehr Ensemble, Stramaturgie, Kommunikation.
00:46:56: Und dann bist du ja irgendwann in die Frauenvertretung gegangen.
00:47:01: und bis jetzt kommen wir mal zu den Hard
00:47:05: Facts.
00:47:07: Die Frauenbeauftragte des deutschen Theaters?
00:47:10: Wie kam es dazu?
00:47:11: also wie was ist da bei dir passiert dass du irgendwann dachtest Jetzt gehe ich mal da in die Richtung.
00:47:19: Also das erste, was eigentlich passiert ist irgendwie so... Da muss ich ganz kurz ausholen.
00:47:24: Weil ich eigentlich am Anfang, als ich am Theater angefangen habe und mich noch gar nicht mit der Struktur beschäftigt hab, hab ich mir gedacht, was Wahnsinnsort!
00:47:32: Hier ist alles so lessefär.
00:47:33: Ich hab komischerweise erst später festgestellt, Moment mal da sind ja ganz harte Strukturen.
00:47:37: Das war mir vorher gar nicht klar weil ich die einfach nicht erlebt hatte.
00:47:40: Weil man immer einen relativ primären Kontext und so.
00:47:43: Dann denkt man auch, man kann ja mit jedem reden aber ab da wo man eventuell Vorschläge macht Vorschläge macht für Verbesserungen, auf einmal merkst du so da ist ja doch.
00:47:54: Da gab es dann sozusagen Hürden und ich habe damals mit einer Kollegin aus dem Schauspiel haben wir einfach ein bisschen mitbekommen.
00:48:01: insgesamt man unterhält sich wie sie sind die Strukturen Gender Pay Gip Karma auf Mitu.
00:48:07: also wie laufen diese ganzen Prozesse?
00:48:08: das war Wie läuft's denn hier bei uns?
00:48:10: Wie sieht es aus mit der Machtverteilung?
00:48:13: Und da haben wir uns damit beschäftigt und das ohne irgendeine Legitimation zu haben.
00:48:19: Es gab noch gar keine Frauenvertretung hier?
00:48:21: Doch,
00:48:21: es gab auch eine.
00:48:22: aber wir beide haben das so losgelöst davon.
00:48:26: Aber wir haben das irgendwie angefangen einfach ein bisschen mit vielen Frauen zu treffen.
00:48:30: Wir haben über Gagen geredet, über Gagensstruktur Und das eben ohne diese Legitimation dieses Amtes.
00:48:36: Und irgendwann sind die Leute dann immer gesagt, mach doch mal dieses Amt!
00:48:39: Weil dann ist auch diese Legitation halt da und da gibt's halt auch ein Gesetz für das Landesgleichstellungs-Bewetz.
00:48:44: Dann dachte ich ach, da gibts'n Gesetz, das wusste ich alles zu der Zeit nicht.
00:48:47: Also ich kann noch nicht von mir behaupten dass ich vorher schon diese starke pfeministische Perspektive hatte.
00:48:53: Dass es eigentlich erst gekommen
00:48:56: ist,
00:48:56: wo so bisschen mehr Wissen und auch auf eine Weise durchgegen wäre.
00:49:05: Was war der Auslöser?
00:49:07: Der Auslöser war eigentlich Unterhaltung mit Frauen hier im Haus, ob das mit der Vereinbarkeit von Beruf und Familie einfach war.
00:49:13: Und dann eben auch verbunden mit der Ökonomie.
00:49:15: Also man muss wahnsinnig viel Geld bezahlen um überhaupt arbeiten gehen zu dürfen.
00:49:20: Diese Absurdität war halt etwas was uns ein bisschen auf den Plan gerufen hat.
00:49:25: Dann dieses absolute Totschlagargument wo man sagt klar abends ist halt irgendwie Theater aber ist dein Ding.
00:49:33: Sie zu, wie du damit
00:49:34: klarkommst.".
00:49:35: Und so war damals diese Haltung noch.
00:49:37: und dann hieß es man findet irgendwie individuelle Lösungen aber das hilft ja den Leuten halt auch nicht und es ist auch nicht in der Fläche dann halt möglich.
00:49:45: und natürlich arbeiten wir hier mit am Theater zur atypischen Arbeitszeit nach reich der klassische Betreuungsschlüsseln niemals aus.
00:49:53: Das ist einfach ein Riesenproblem Wenn man anfängt, über Arbeitszeit zu reden, was in den letzten Jahren passiert ist.
00:50:01: Dass es eine bessere Regelung gibt für ein offenes Ohr, dass eine Probe definitiv nur bis zur Uhr geht.
00:50:07: Das hilft den Menschen am Haus, ihr Leben besser zu organisieren.
00:50:13: Ich muss kurz zur Gegenwehr kommen.
00:50:16: Was war in dir, als du nicht rückwärts gegangen bist und gesagt hast, jetzt gehe ich in die ... Jetzt werde ich Frauenvertreterin?
00:50:26: Das war eigentlich eher, dass ich so ein bisschen gedacht habe.
00:50:29: Okay jetzt hab' ich schon eigentlich kleinere Gespräche geführt die wie so Fights waren eigentlich.
00:50:34: also es gab auch mal eins wo ich mich wirklich um Kopf und Kragen geredet habe und dachte Wahnsinn!
00:50:39: Ich erklär mich für die basalsten Dinge und das nicht schön war und ich weiß noch bin hier auch nach ausgegangen und war auf der Höhe vom Bunkern musste erstmal total heulen.
00:50:48: Also muss ich einfach sagen auch wenn man in dem Moment erst einmal da
00:50:51: noch so
00:50:52: und dann denkt man Wahnsinn Ja, jetzt ist eh alles versorgt.
00:50:55: Jetzt kann ich eigentlich auch loslegen.
00:50:57: So um was eigentlich eher?
00:50:59: Also es war wirklich so etwas... ja wie macht man's halt?
00:51:02: und dann habe ich gedacht okay, dann mache ich das jetzt einfach mal offiziell.
00:51:07: Dann hab' ich mich aufstellen lassen und dann wurde ich gewählt
00:51:10: Und ihr habt auch seitdem schon richtig viel erreicht?
00:51:14: Ja also ein paar Sachen waren halt einfach ging halt gut voran und es ändert sich natürlich noch immer.
00:51:20: Man füttert viele Gespräche Musste es einen Frauenförderplan geben, der zu der damaligen Zeit sozusagen war.
00:51:27: Der von zwottausend zwölf und da muss eigentlich laut Gesetz habe ich dann gelesen Ich hab mich wirklich mit diesem Gesetz auseinander gesetzt Und dachte er müsste ja eigentlich sechs Jahre später und er lag da eine Woche in so einer Schublade und hatte so waren vier Seiten also zwei auf vier Zettel.
00:51:41: Und dann dachte ich, okay das ist ja kein Frauenförderplan in dem Sinne.
00:51:45: Da muss ja irgendwie was passieren und dann muss er ja eigentlich auch an die Frauen gegeben werden.
00:51:50: Kein Mensch kannte das!
00:51:50: Ich habe es noch nie gesehen.
00:51:52: vorher so ein Frauenförterplan.
00:51:54: Und dann haben damals Judith und ich also so hieß die Kollegin angefangen das aufzurollen.
00:52:01: Das ist natürlich viel Veränderung.
00:52:02: Es war auch viel auf einmal für so einen Haus Also vom Büro angefangen über, ich will in Besarungsgesprächen drinsitzen und das gab es in dieser Städtenform sozusagen.
00:52:13: In dieser Intensität gab es das glaube ich zu der Zeit noch nicht toll.
00:52:29: Ja mit diesen atypischen Arbeitszeiten ist ja auch wirklich etwas was ich vorhin meinte dass ich vorher bevor ich diese Erfahrung gemacht habe in einer freien Gruppe tatsächlich mir.
00:52:42: Also natürlich haben wir abends Vorstellungen und abends müssen Dünnen auf- und abgebaut werden.
00:52:47: Wir müssen auch abends spielen, aber über alles andere kann man ja theoretisch reden.
00:52:51: Und dieser Betrieb ist aber so hierarchisch strukturiert immer gewesen und diese Gegenwehr die da auch ist also diese Kraft, diese Festsetzung von vielleicht einen eine Regieperson bestimmt, wie gearbeitet wird und so.
00:53:08: Das ist so stark dass ich zum Beispiel eben auch nie auf die Idee kam das es anders sein könnte und wir haben ja in Stuttgart glaube ich zwei tausend fünfzehn mit René Pollisch gearbeitet und das war das erste mal im Leben das ein Regisseur zu proben beginnt da saß und sagte Wie sieht's aus, wie sind die Bedürfnisse?
00:53:29: Bei den Proben.
00:53:30: Dass man sich sozusagen auf Augenhöhe darüber unterhalten hat, wie jetzt die Probenstruktur aussehen könnte und das ist so wahnsinnig einfach, theoretisch.
00:53:45: Vieles erscheint mir jetzt eigentlich einfach und gleichzeitig passiert dieser Backlash auch.
00:53:55: Also das heißt, als wir uns drüber unterhalten haben hast du ja auch gesagt es gibt eigentlich soll die Gleichstellung bis Zwei-Tausenddreißig erreicht sein.
00:54:05: Und gleichzeitig ist es ja auch so dass wenn wir in dem Tempo weiter machen wie bisher dann haben wir die Gleichstellung in hundert und dreißig Jahren erreicht.
00:54:15: Gleichzeitig gibt es gerade aber auch ein Backlash.
00:54:19: also es gab eine Umfrage die ist vor einigen Tagen rausgekommen dass in der Gen Zee, das sind die nineteenhundertsneunzig bis zweitausendzwölf geborenen ist glaube ich jeder dritte Mann empfindet es als richtig, dass die Frau ihm gehorchen sollte.
00:54:40: sechs von zehn Männern glauben, dass das mit der Gleichstellung schon zu weit geht oder die Männer benachteiligt.
00:54:48: Also es sind irre Zahlen, die daraus gekommen sind.
00:54:51: Die finden jetzt auf die Schnelle nicht mehr und haben ja nun auch gerade eine Bundesregierung, die sich dann nun auch nicht mit Ruhm bekleckert was die Gleichstellung betrifft.
00:55:01: Und wenn wir so reden, denke ich auch diese Revolution dieses Mitu ist passiert.
00:55:09: Gleichzeitig war ich jetzt aber auch nicht diejenige, die diese Revolution mit angestoßen hat.
00:55:13: Ich habe nirgendwo angerufen und auf den Tisch gehauen oder die Türen eingetreten Aber dieses Miteinanderreden sich austauschen.
00:55:21: also für mich ist immer die Frage an welchen Schräubchen können wir jetzt drehen?
00:55:24: Also wie können wir diese Entwicklung eben immer weitergehen lassen?
00:55:29: Und ganz viel liegt in diesem Austausch in dieser Vernetzung Weil manchmal sind die Lösungen, die man da miteinander finden kann doch gar nicht so kompliziert.
00:55:40: Oder?
00:55:43: Nee mit Sicherheit nicht.
00:55:44: also eigentlich sind sie wahrscheinlich wesentlich einfacher als es eben immer gepflegt wurde oder gemacht wurde.
00:55:51: das Problem ist ja immer dass die tradierte Form eine ist die dann irgendwie natürlich erst mit großer Verlangsamung und Verspätung überprüft wird.
00:55:59: Das betrifft uns Frauen am härtesten.
00:56:03: Mir geht es nach, dass du mich gefragt hast, ob ich dankbar bin?
00:56:06: Jetzt muss ich dazu noch was sagen ... Ja, sag!
00:56:09: Ich bin ehrlich gesagt dankbar, dass wir schaffen, trotz aller Einsparung diese Orte offen zu halten und tätig sein zu dürfen.
00:56:18: Dafür bin ich dankba.
00:56:19: Und ich bin aber nicht dankbar als Frau mitmachen zu dürfen...
00:56:26: Also
00:56:27: das ist
00:56:27: ... Damit habe ich auch echt
00:56:31: ein Problem.
00:56:32: Also damit habe ich wirklich ein Problem, dafür will ich nicht Danke sagen müssen weil wir wirklich knallhart arbeiten genau wie alle anderen und damit ist gut.
00:56:41: also das ist mir wirklich ein Anliegen.
00:56:44: und wenn du dann über die Strukturen so sprichst es ist ja schon verrückt dass man dankbar sein muss dafür dass man jetzt mal darüber reden kann wieso eine proben struktur gut gestaltbar ist.
00:56:58: Weil
00:56:58: eigentlich
00:56:59: wäre es selbstverständlich sein, dass man's macht?
00:57:03: Ja.
00:57:03: Aber das ist auch keine lange Zeit her, dass mir in einem Theater
00:57:10: z.B.,
00:57:10: da wurde ich ohne gefragt zu werden, in eine Kuhproduktion gepackt mit der Schweiz ... Da war mein Kind gerade fünf, da hab' ich gesagt, oh, das kann nicht!
00:57:20: Da kann ich nicht für zwei Monate in die Schweiz gehen.
00:57:23: Da wurde mir doch gesagt, das wurde ich aufgeklärt über das Entsenderecht des Arbeitgebers.
00:57:29: Und ...
00:57:32: Das ...
00:57:34: Klar!
00:57:34: Da wurde ich nicht gefragt und da wurde mir gesagt, dass ich meinen Vertrag nicht erfülle.
00:57:38: Deswegen ist es doch tatsächlich manchmal so auch überraschend wenn man sich also... Ich glaube in allen Bereichen kommt das vor aber wir können ja jetzt nur über unseren Bereich sprechen und was sich da verbessert hat wo wir stehen.
00:57:54: und ich glaube als deutsches Theater, vielleicht kannst du das auch besser überblicken.
00:57:59: Wo wir stehen?
00:58:00: Und ich glaube wir stehen ganz gut da im Moment oder?
00:58:06: Also ich habe jetzt gerade weil wir am Montag haben die große Frauenversammlung untermacht man als Frauenvertretung ein Tätigkeitsbericht.
00:58:12: es klingt alles immer wahnsinnig formal aber ist trotzdem sehr spannend.
00:58:15: wenn man dann einfach mal so paar Zahlen Datenfakten hat wie hat sich das verändert?
00:58:19: irgendwie auch anhand von diesem Frauenförderplan der halt wirklich also zukunftsweisend sein soll.
00:58:24: Man guckt sich die beschäftigten Strukturen, was ist zu erwarten?
00:58:27: Wie kann sich das entwickeln?
00:58:29: weil natürlich werden ja jetzt nicht Positionen einfach gekündigt und dann packt man als auf einmal sagt man so jetzt kommen alle Frauen her und wenn darauf gesetzt läuft es ja nicht sondern dass ist ja etwas was eben der natürlichen Arbeitslebens sozusagen mit Renteneintritten und danach kann man das halt dann gucken wo sind Bereiche wo's untere Präsentanz?
00:58:51: Wo ist da ein starker Fokus aufzusetzen?
00:58:53: Also das analysiert man alles in dieser Struktur.
00:58:55: Ich habe hier nur so ein paar Zahlen insgesamt, das ist einfach, falls ihr mal wissen wollt wie viele Beschäftigte am Haus sind, das sind insgesamt drei Hundert.
00:59:04: Hundertneunundsechzig Männer, hundertnundzwanzig Frauen was einen... eine Frauenquote von forty-three Prozent macht.
00:59:13: Das ist eine Plusentwicklung seit der Intendanz von Iris von drei Prozent, von Frau Laufenberg – Entschuldigung, das bin ich so privat gefroren hier!
00:59:22: Von Frau Lofenberg und das ist eine sehr positive Entwicklung.
00:59:26: und heute habe ich auch den tatsächlich den Gender Pay Gip mal ausgerechnet, den unbereinigten.
00:59:32: also jetzt einfach so der klassische und ich finde da kann sich tatsächlich sehen lassen weil wir liegen unter dem Bundesdurchschnitt Und das ist wirklich eine ... Gerade im Kulturbereich, wo er eigentlich bei ... ... twenty-fünf Prozent aufwärts liegt.
00:59:44: Ist das etwas, wo ich sage wir sind bei elf Prozent und das ist... Genau!
00:59:49: Das ist schon ziemlich cool.
00:59:50: Also Ich bin damit froh auch wenn es immer noch ein Gap ist.
00:59:52: aber es ist wirklich etwas, weil man das vergleicht gerade mit der Kultur und wenn man dann auch noch Darstellendes Spiel und Film nimmt da ist ja sogar bei thirty vier Prozent und entwickelt sich wieder ins negative sozusagen.
01:00:04: also er wird wieder stärker dieser Gap.
01:00:07: Und von daher finde ich, ist das eine Zahl die man tatsächlich mal sagen kann und ich glaube da ist auch nur Veränderung zuvor vielen Jahren.
01:00:14: Also wo es noch deutliche Unterschiede gab was du halt auch gesagt hast ne?
01:00:18: Dass es zwischen einem Mann und einer Frau auch wirklich tausend Euro Unterschied gab
01:00:25: Wir sind schon fast am Ende.
01:00:27: Fast am Ende.
01:00:27: dann wollen wir doch mal Gibt es etwas was ihr euch wünscht was noch ganz konkret sich ganz schnell zum Beispiel ändern sollte?
01:00:39: Ja, also ich hätte direkt was passendes zu dem Thema.
01:00:43: Zum Beispiel habe ich jetzt das Glück gehabt, paar Zahlen zu hören aber meine Kollegen können alle morgen am Montag nicht zur Frauenversammlung gehen, was daran liegt dass parallel eine Bauprobe ist und abends ne Vorstellung ist und weil in meiner Position glücklicherweise drei Frauen arbeiten und nur ein Mann und dieser Mann im Urlaub ist bedeutet es dass alle drei Frauen an dem Tag Dienst haben und nichts zur Frauen versammlung.
01:01:07: Und das ist was, wo ich sage, dass hätte man bestimmt anders planen können, wenn man sich Gedanken darüber gemacht hätte.
01:01:12: Weil da geht es um ein-zwei Stunden Verschiebungen die dann Änderung bewirkt hätten was aber leider nicht bedacht wurde.
01:01:19: Das wäre ein Wunsch für mich, dass genau so eine Sache oder auch wie du gerade als Beispiel gebracht hast mit deiner Produktion in der Schweiz.
01:01:27: Auch das ist immer noch so, dass ich Kollegen habe die extra an Eltern Teilzeit sind oder in Teilzeit wegen ihrer Kinder und dass da dann eben wenn es eng wird gesagt wird naja die können ja einfach mal zwei drei Wochen in Vollzeit arbeiten und da wird nicht darüber nachgedacht, dass das einen Grund hat warum sie vielleicht zu Hause sind und Betreuung ausüben.
01:01:45: Das sind schon Frauen, von denen ich weiß dass die in Beziehungen sind wo auch die Männer viel Kehrarbeit leisten und vielleicht auch in Teilzeit sind also die wirklich schon Auch gleichzeitig noch Business-Women sind soweit wie es ihnen möglich ist.
01:01:57: Und das ärgert mich wirklich ungemein dass da dann immer noch hier nicht so läuft wie es laufen sollte.
01:02:04: Ihr seid doch auch zusammen in der Empowerment Gruppe.
01:02:07: dies gibt was Was macht, was besprecht ihr diese Themen dort?
01:02:11: Oder welche Auswirkungen hat die Empowerment-Gruppe dann wieder ist sie in Vernetzung mit der Leitung um diese Themen zu besprechen.
01:02:21: Also so ganz konkret sozusagen jetzt zu sehen war.
01:02:23: ich muss ganz kurz dazu etwas sagen.
01:02:26: Ich verstehe das total dass das so ist und ich war aber auch also tendenziell auch dann zu spät weil sowas muss man natürlich im haus fast drei monate vorher ankündigen Und das habe ich zum beispiel nicht mal.
01:02:35: ich war sechs wochen vor.
01:02:36: ich dachte so ich mache das noch bevor der dienstplan geschrieben wird Weil laut Gesetz muss ich eigentlich erst zwei Wochen vorher einladen, aber klar wusste ich schon.
01:02:44: Aber da könnte man sagen wenn man das noch früher plant dann würde das ganz sicher auch Berücksichtigung finden dass halt nicht überall diese Proben dann halt sind.
01:02:52: und wenn ihr aber einen Zeitfenster habt das steht auch... Ich habe nochmal so eine Mail rum geschickt irgendwie so wenn ihr da vielleicht irgendwie trotzdem kommen könnt auch wenn es zwei Stunden sind freuen wir uns natürlich auf was ich weiß dass hier sozusagen die Arbeit nie still steht am Theater das läuft halt immer weiter.
01:03:10: Jetzt habe ich gerade einen Faden verloren.
01:03:12: Was war die Frage?
01:03:12: Ich
01:03:12: hätte nur die Empowerment-Gruppe.
01:03:14: Die Empowermentsgruppe!
01:03:17: Da haben wir tatsächlich sehr, sehr intensiv ein Jahr lang an einem Antisexismus-Fahrplan gearbeitet und mussten dazu aber natürlich erst mal eine Bestandsaufnahme machen.
01:03:26: Und dadurch kamen wir sozusagen... ist es ne Gruppe, die sich wirklich durch alle Sparten zieht.
01:03:32: von den Kollegen?
01:03:34: und jetzt so in Detail haben wir da jetzt vielleicht nicht immer so eine direkt aktuell brennenden Themen, aber allgemein brennnende Themen glaube ich.
01:03:41: Das verhandeln wieder schon.
01:03:44: Jetzt war sie seit Anfang des Jahres ein bisschen ruhiger weil wir das hier geplant haben diesen
01:03:50: Abend
01:03:52: und ich glaube dann geht es halt weiter.
01:03:53: Wir sind am Austausch mit der Leitung und haben schon einen zwei Punkte die in einer aktuellen Lage vielleicht auch kein Geld kosten die man erst mal so umsetzen kann.
01:04:03: Jede Veränderung bedeutet vielleicht auch bestimmte Dinge des Brauchschulungen.
01:04:07: Es braucht halt irgendwie, dass man halt einfach ein bisschen Geld in die Hand nimmt und sagt okay, man gießt das jetzt sozusagen einmal auf die gesamte Beschäftigstruktur so aus damit da eine Entwicklung stattfindet.
01:04:17: Das passiert nicht von alleine.
01:04:18: Das ist nichts wo sich jemand selber zu Hause hinsetzt sondern das muss ein Angebot dafür da sein und das muss aber auch so eine Institution eigentlich leisten.
01:04:26: Und in Zeiten dieser knappen Kassen, wo wir jetzt gerade einfach dastehen, geht es gerade aktuell darum, diesen Betrieb aufrecht zu erhalten und eigentlich spielen zu können.
01:04:36: Und einfach auch um die Existenz sag ich jetzt aber mal so.
01:04:43: Du hast ja auch nach einem Wunsch gefragt und ich wünsche mir einfach... Da ist mir das Wort Wuns schon fast zu klein, dass wir diese Backläsche, das ist ja nicht nur einer, da sind ja vielseitige möglichst eigentlich nicht auszuhalten haben mutig und kämpferisch genug bleiben und genügend männliche Kollegen mobilisieren können, dass wir im Positiven weitergehen.
01:05:10: Und nicht zurück in die ... In dickarischen
01:05:13: Rutschen,
01:05:15: in denen wir nicht wollen.
01:05:18: Männliche Solidarität?
01:05:19: Das wünsche ich mir auch.
01:05:21: Unsere ... Wir wollten eigentlich noch das Gespräch zum Publikum hinöffnen, aber ich glaube, das schaffen wir nicht mehr.
01:05:32: Oder gibt es noch Leute, die will jemand noch ganz dringend?
01:05:35: Dann öffnen wir jetzt mal zum Publikum.
01:05:38: Will jemand was sagen?
01:05:40: Fragen, gar nicht!
01:05:44: Ist alles schön.
01:05:47: Ich habe noch eine Frage.
01:05:48: Was können wir Frauen untereinander tun, dass wir uns besser vernetzen oder dass es uns besser geht und das wir uns hören?
01:05:57: Also ich finde absolut dem Begriff Schwesternschaft total wichtig vergisst vielleicht auch manchmal welche Position man innerhalb so einer Institution hat, sondern dass man einfach irgendwie auf Basis dieses Frauseins und vielleicht der eigenen Erfahrung die halt also man das einfach nicht weiter gibt.
01:06:15: Ich habe es hart gehabt irgendwie ich musste da durch.
01:06:17: jetzt müssen andere da auch durch das sowas gar nicht existiert.
01:06:20: oder auch nicht dieses was man gemeint im so als schlumpfine syndrome bezeichnet wo man sagt es kann nur die eine frau geben an der Spitze diese Konkurrenz das sowahs halt immer weiter abgebaut wird, weil es etwas ist, was auch innerhalb dieser Struktur halt ...
01:06:36: Die Struktur erhält.
01:06:37: Genau, und dadurch ist es halt gar nicht... Ich finde das passiert.
01:06:42: Also ich merke sehr oft also ich komme auch manchmal schon von früher haben sich ja manchmal so Motorradfahrer gegrüßt wenn sie sich irgendwo begingen.
01:06:48: in mir geht es mittlerweile wirklich mit Frauen so irgendwie dass ich denke ich sehe die man sieht sich und dann ist irgendwie gibt's manchmal eine Verbindung wo ich denke Ja super!
01:06:56: Es ist irgendwie so ich weiß um dich oder Ich weiß, was uns vielleicht bewegen könnte.
01:07:02: Gemeinsam wie wir durch die Welt gehen, wenn Leute keinen Platz machen oder so.
01:07:05: Dann rollt auch die andere Frau gegenüber die Augen und dann weiß ich, ah, wir verstehen uns!
01:07:12: Das ist halt wirklich etwas, was ich großartig und wahnsinnig wichtig finde, dass diese Solidarität einerseits innerhalb der Frauen aber eben auch das es nicht darum geht, dass man das ganze Gegenmänner macht.
01:07:26: Da darfst du halt nie verstanden werden zumindest aus meiner Perspektive Weil es ist halt etwas... Da sind Privilegien vorhanden, die sie vielleicht gar nicht merken.
01:07:34: Und in dem Zuge wo diese Bewegung einfach da ist, irgendwie so fühlt das sich für Sie an als wenn so, ah, da geht's es gegen mich aber darum geht das gar nicht.
01:07:42: wir wollen letztendlich eigentlich nur eine Gleichberechtigung.
01:07:44: Das ist eigentlich nichts mehr oder nicht irgendwas sondern dass wir sagen ja Wir wollen einfach genauso teilhaben an der Gesellschaft In der Gesellschaft gesehen werden und
01:07:56: wir sind übrigens die Mehrheit der Bevölkerung Stimmt.
01:08:01: Ich hätte dann noch eine letzte Frage und zwar, wie geht es euch damit auch in Bezug auf diesen Backlash-Rollenbilder?
01:08:10: Welche Verantwortung haben wir als Theater?
01:08:12: Wie empfindet ihr das als diejenigen, die nicht auf der Bühne stehen mit den Stoffen oder Frauenbildern, die wir nach draußen transportieren?
01:08:19: Weil für mich hat es sehr viel eben Mit den Erzählungen, mit den Narrativen zu tun.
01:08:26: Das was man auf einer Bühne sieht und in Kinderbüchern liest.
01:08:29: Was man im Fernsehen sieht die natürlich diese Bilder unterstützen.
01:08:33: Und ich habe noch eine zweite Frage dazu Reden die künstlerischen Abteilungen gut mit euch also sozusagen?
01:08:40: Also gibt es da... Inhaltlich!
01:08:47: So wir sitzen dann noch in drei Stunden
01:08:49: hier.
01:08:54: Also Frage Nummer eins.
01:09:00: Ich glaube, dass da gerade jetzt auch unter der Intendanz von Iris Laufenberg gerade ganz deutlichen Blick auf eine Veränderung in Rollenbildern oder in einer Wahrnehmung oder in der Interpretation oder in die Art und Weise wie wir mit Stoffen umgehen, gerade praktiziert wird – das finde ich ganz toll!
01:09:21: Und ich glaube, dass das natürlich eine große Verantwortung ist.
01:09:23: Weil wir natürlich mit Materialien und Stoffen umgehen permanent die Geschichte von früher irgendwie in sich tragen.
01:09:30: Ist ja klar!
01:09:32: Es ist nicht einfach... Die Aufgabe ist echt nicht einfach.
01:09:35: Und deine Frage ob die Abteilung mit uns künstlerisch?
01:09:42: Wie war es auf...
01:09:43: Genau, ob die mit euch
01:09:45: praktisch ... Die künstlerischen Teams.
01:09:47: Genau!
01:09:47: Gut reden ihnen, dass man zusammen eigentlich arbeitet an etwas, woran wir eben alle zusammenarbeiten?
01:09:54: Also das wir sozusagen nicht getrennt voneinander arbeiten.
01:09:57: Das würde ich auf jeden Fall in allermeisten Fällen bejahen.
01:10:01: Es ist ja auch wahnsinnig persönlichkeitsabhängig.
01:10:05: Manche Leute kommen natürlich besser miteinander parat und andere weniger aber das würde ich bei jenen.
01:10:11: Bei mir wäre es genau andersherum.
01:10:12: In meinem Bereich ist der Austausch nicht besonders groß, ich werde auch meistens gar nicht gesehen an meiner Position, also ich glaube die meisten Schauspielerinnen und Schausspieler genauso teilweise Regisseure wissen zwar vielleicht dass da oben jemand die Arbeit macht aber das jemand meinen Namen kennt oder mir guten Morgen wünscht wenn ich durch den Saal laufe, das ist relativ selten künstlerische angeht und das Feedback, was ich kriege oder die Erklärungen, die ich bekomme.
01:10:41: Oder wie ich mit dem Thema also ins Thema eingebunden werde.
01:10:44: aber Ich muss dir auch zustimmen ist es extrem abhängig davon wer da sitzt Wer da arbeitet?
01:10:49: Was für ein Team das ist auch in Bezug darauf Ob ich das Gefühl habe doch eher aufgenommen zu werden weil sich mal am Anfang jemand vorgestellt hat und gesagt hat du ich bin jetzt hier Und ich arbeite jetzt ja an der Sache weil ich hatte auch schon Teams, wo ich hingegangen bin und gefragt habe.
01:11:05: Ich verstehe gerade gar nicht was du da inszenierst.
01:11:07: Kannst du mir das mal einfach erklären?
01:11:09: Weil ich hab vielleicht irgendwo die Kurve verpasst und gar nicht das Thema verstanden und war begriffen, worum es dir jetzt geht
01:11:14: hierbei.".
01:11:15: Das waren dann aber allerdings durchweg positive Erfahrungen.
01:11:18: also es war nicht so als einer gesagt hat okay warum willst du jetzt das von mir wissen?
01:11:22: ist gar nicht deine Aufgabe das zu wissen sondern dann war's wirklich immer so dass man sehr positiv reagiert hat und mir sehr gerne Auskunft gegeben hat und dass da sehr schöne Gespräche entstanden sind.
01:11:31: Ich finde jetzt total toll, dass du das sagst.
01:11:33: Weil es tatsächlich glaube ich was ist, was man aber wirklich ändern kann.
01:11:36: Dass man nochmal mit einer anderen Sorgfalt in dem Moment wo ein Team auf die Bühne kommt, wirklich noch mal genauer guckt.
01:11:41: Irgendwie findet da eine Vorstellungsrunde statt.
01:11:44: Das guckt man sich in den Augen.
01:11:47: Die haben wir ja eingeführt
01:11:47: und... In der letzten Spielzeit hat sie zugenommen.
01:11:50: Ja, das war
01:11:51: tatsächlich bei diesem Zukunftstag, das muss ich sagen, das ist auch eine tolle Veranstaltung von Iris Laufenberg eingefügt.
01:11:57: Es hatten mir zwei Mal, dass sich zu Beginn die ganze Belegschaft, gibt es einen Tag.
01:12:06: Es ist ein Tag der Kommunikation und man lernt sich im Haus untereinander kennen, arbeitet in verschiedenen Workshops kommt immer wieder zusammen und da war das eben schon Thema dass eben die technischen Abteilung, die Gewerke und die Kunst wenn dann die Kunst von der Probebühne auf die Bühne kommt in den Endproben, dass man sich da erst mal hinstellt Und Hallo sagt, in die Augen guckt und sagt ich mach das.
01:12:30: Also eine einfache Lösung wieder für ...
01:12:34: Voll!
01:12:35: Zumindest um den Begegnenden einfacher zu machen weil natürlich gehe ich jetzt wenn es klingt vielleicht auch ein bisschen überheblich aber ich denke immer so Ich arbeite hier immer an dem Haus und ein Regisseur oder eine Regisseuren kommt für eine begrenzte Zeit her und vielleicht ist meine Erwartung da sehr hoch.
01:12:54: Das ist mein Zuhause, meine Wohnzimmer wo du hier reinkommst merkst du nicht.
01:12:57: Nicht wenigstens mal bei mir vorstellen und ich sitze genauso hier deine komplette Endprobenzeit und gib hier Schweißblut und Tränen um irgendwie dein dann am Ende den Licht schön zu machen oder da Teilrad zu haben das schön zu Machen Genauso wie ganz viele Kolleginnen und Kollegen von mir.
01:13:12: und dann wäre es halt Einfachste, wenn ich zumindest das Gefühl habe derjenige ist mir gegenüber aufgeschlossen weil dann kann ich auch von mir aus dann wiederum was entgegenbringen und sagen okay ich hab auch Interesse mich mit dir zu unterhalten.
01:13:24: Und dann ist es nicht mehr so eine Barriere die zwischen einem steht wie zwei Fkanle jetzt zufällig im gleichen Raum arbeiten in powerlang und sich dann wieder nicht mehr sehen.
01:13:40: In diesem Sinne auf dass wir weiter hier gut zusammenarbeiten und uns wertschätzen Zuhören, miteinander sprechen.
01:13:49: Gute Kunst machen!
01:13:51: Wenn wir uns jetzt nächstes Jahr vor dem nächsten internationalen Frauentag wieder hier treffen würden... Was wäre der Wunsch?
01:14:01: Was bis dahin passiert ist?
01:14:03: Ein kleiner noch ein kleiner Abschlusswunsch von jedem.
01:14:06: Also mein Wunsch wäre jetzt ändert sich ein bisschen was in der Endgeltransparenz, was ich gut finde.
01:14:11: Ich finde die Ökonomie ist wirklich die Basis für Unabhängigkeit von Frauen.
01:14:16: also letztendlich bricht sich das wirklich viel auf das halt runter weil man ökonomisch gleich verdient wie dein... Also gleicher Lohn für gleiche Arbeit ist ja im Prinzip schon längst gefordert da Grundsatz er halt dasteht.
01:14:28: aber damit kann ich als Frau vielleicht völlig selbstverständlich mir nicht ständig die Frage stellen bleibt vielleicht mein Mann der mehr verdiente zu Hause wenn die Kinder kommen?
01:14:37: Kann ich mir eine Trennung überhaupt erlauben?
01:14:39: Weil die Wohnung so teuer ist oder dies und den es und damit findet, aber auch schon gleich finde ich ein Punkt statt.
01:14:44: Wenn ich weiß dass mein Kollege genauso viel verdient wie ich was im TVL ja bei euch anders ist da ist es so Aber dann Ist gar kein Machtgefüge weil der denkt vielleicht dann schon alle kriegt das fängt schon damit an.
01:14:55: Ich denke vielleicht ah das ist so.
01:14:56: ich find die Ökonomie ist wirklich bei ganz vielen die Basis um dahingehend kommen und andere Länder haben es irgendwann über ein Gesetz gemacht.
01:15:04: Jetzt gibt's eventuell hoffentlich bald diese neue Richtlinie, die jetzt bisschen mehr mit Druck durchgesetzt wird.
01:15:09: aber das ist immer auch so ein bisschen zwischen Anspruch und Ausrede.
01:15:13: So heißt es gerade glaube ich auch im Rahmen des China Bagel.
01:15:16: Das finde ich einen ziemlich guten Wording wie weit man da ist und das würde ich mir wünschen.
01:15:24: Katrin du?
01:15:26: Ja, ich denke gerade
01:15:26: drüber nach.
01:15:28: Ich glaube, ich bleibe bei dem was ich ja vorhin schon sagte.
01:15:30: Ich wünsche mir vor allen Dingen dass wir das uns eine Wand von Backlashen nicht erdrückt und dass wir in unserer Relevanz uns weiterhin behaupten und nicht in die Knie gehen müssen wegen irgendwelcher Sparmaßnahmen die Arbeitsplätze kosten.
01:15:55: Ich habe lange überlegt.
01:16:06: Genau, ich wollte mich erst mal bedanken dafür auch zum Thema Dankbarkeit nämlich mir ging das auch ein bisschen nach während des Gespräches dieser Begriff Dankbarigkeit der oft fällt oder wünsche also was natürlich total schön ist drüber zu reden auf jeden Fall.
01:16:23: aber ich war sehr glücklich darüber dass sie dann nochmal gesagt haben dass es nichts ist worüber man dankbar sein muss sondern das, was wir als Ziel empfinden eigentlich dass der Minimum sein sollte.
01:16:36: und meine Frage weil ich habe überlegt was frage ich denn jetzt?
01:16:39: Ich kann doch nicht nur etwas sagen wäre an sie alle worüber oder wo rauf Sie dann stolz sind.
01:16:58: Also mir fällt gerade was ein weil mich mit Juliska da vor drüber und nein!
01:17:04: Ich hab das heute Nachmittag jedem jemanden erzählt, dass mir sehr zu Beginn meiner Laufbahn hat mir einen Mann einen schlechten Rat gegeben, mein damaliger Chef.
01:17:15: Und ich habe nicht darauf gehört und der war glaube ich karriereentscheidend.
01:17:21: und da hab' ich heute Nachmittag in meinem Wohnzimmer gesagt zum Glück habe ich nie auf andere gehört sondern immer nur auf meinen Bauchgefühl und auf mich und das war gut und darauf bin ich stolz.
01:17:37: Juliska und ich hatten ein Gespräch über Stolz und ich hab' da gesagt dass es nicht so meine ... nicht so ein Gefühl ist, zu dem ich einen großen oder starken Zugang hatte.
01:17:46: Ich finde da liegt auch ziemlich viel Härte oft drin.
01:17:49: aber ich kann total verstehen was Abak sagt und ich würde auch sagen ich bin stolz darauf dass als man mehr sagte also ich achtzehn bin das es ein Beruf ist den man als braunich ausüben kann und mit dem man schon gar keine Familie haben kann und ich das eigentlich komplett vergessen kann dass sich denen eigentlich überhaupt nicht richtig ernst genommen habe.
01:18:14: Also mir geht's so Stolz.
01:18:17: Das fällt mir auch ein bisschen schwer, aber worauf ich glaube stolz bin ist es gibt etwas in mir das ist stärker als dass sowas wie ich will dann doch nett sein oder das angepasst sein oder so wenn ich probe und wenn ich arbeite.
01:18:35: das ist etwas was ich wirklich sehr liebe.
01:18:38: Ich habe auch drei Zimmer vorgesprochen an der Schauspielschule, ich wollte das unbedingt.
01:18:43: Es schien erst mal so als wäre ich nicht talentiert aber ich hab es irgendwie doch hingekriegt und es gibt etwas in mir dass dann so stärker ist und rauskommt Manchmal wie so ein Monster, wenn jemand mir sozusagen sagt es geht nicht oder wenn jemand mich einschränkt.
01:19:00: Oder bei der Probe zum Beispiel ich will was herausfinden und es gibt etwas in mir.
01:19:05: Ich will wirklich wissen, wie wir Theater machen können.
01:19:08: Ich will echt wissen wie man Geschichten erzählt wirklich gerne, wenn ich spiele.
01:19:14: Dass das dann echt ist und dass alle die in einem Raum sitzen also so wie wir jetzt alle, dass wir irgendwie was miteinander voneinander haben.
01:19:21: Das ist etwas, was mir wirklich was bedeutet.
01:19:23: Und wenn jemand beim Proben oder um mich herum mich da verkleinern will oder Schiss hat Also ich habe echt ein Problem mit Schiss.
01:19:31: Also natürlich hab' ich auch Angst.
01:19:32: aber wenn ich erdrückt werde weil jemand anderes Angst hat und mich deswegen kleiner macht Da bin ich immer wieder sehr sehr froh darüber Und ich glaube, es hat mit meiner Mutter und meiner Großmutter zu tun.
01:19:44: Dass das rauskommt und dass alle meine Erziehung – und ich komme aus dem Schwäbischen da ist man sehr ordentlich -, dass irgendwie dann wenn's hart auf hart kommt, knallt!
01:19:53: Und darüber bin ich stolz.
01:19:55: Also auch auf meine Mutter und meine Großmütter wahrscheinlich.
01:20:03: Also ich hatte in meinem Praktikum, von dem ich anfangs erzählt habe wo ich bei so einer Verleihbude gearbeitet hab.
01:20:09: mal eine Situation.
01:20:10: Das war am letzten Tag das Praktikums.
01:20:12: da hab' ich hier in der botanischen Nacht mitgewirkt im Berlin und es gab einen Kollegen, der war sehr freundlich und er hat mich dann mitten im siebenen Halbtorner nach Hause gefahren abends weil er der Meinung war, wo auch nicht unrecht hatte dass sich so mit fünfzehn-sechzehn vielleicht nicht durch die ganze Stadt um zwanzig Uhr nach Hause fahren sollte.
01:20:30: Und hauptsächlich war aber auch der Grund, warum er das gemacht hat.
01:20:33: Um mir eindringlich zu sagen ... dass er mich super nett findet und ein sehr kluges junges Mädchen bin.
01:20:38: Aber Veranstaltungstechnik ist nichts für Frauen!
01:20:41: Ich soll bitte was anderes machen.
01:20:42: Das wünscht er mir, weil ich bin im Alter seiner Tochter und das tat ihm wirklich in der Seele weh, dass ich diesen Wunsch hab, diesen Job zu machen.
01:20:51: Und ich bin ganz stolz drauf, dass es das beste Beispiel dafür bin, dass er absolut Unrecht hat und alle anderen Männer, die so was
01:20:57: behaupten auch.
01:21:06: So, jetzt bin ich noch dran.
01:21:08: Ja es fällt mir auch nicht so leicht das zu beantworten aber wenn man sagt ist es auch ein bisschen biografisch oder was sind so Wesenzüge und wo?
01:21:18: ich denke ich dachte immer dass war früher vielleicht so ein Hindernis weil viele haben ja mal so ein bisschen was die Power betrifft, boah gehen die so hoch und dann ist das so ganz ganz kraftvoll und bei mir ist eher ich bin so Modelldampfalse was glaube ich genau für die Sache richtig ist.
01:21:33: Danke schön.
01:21:34: Das war eine sehr schöne Frage.
01:21:40: Vielen Dank, dass ihr da seid und potisch schnell was zu trinken.
01:21:45: Dann lasst uns feiern, katscht miteinander, redet miteinander.
01:21:50: Hört unseren Podcast an!
01:21:53: Und bis nächstes Jahr
01:21:55: würde ich
01:22:23: sagen...
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