kontext_files | Auf der Schotterpiste der Geschichte: Traumalandschaften
Shownotes
Mit Die Holländerinnen hat Dorothee Elmiger einen Roman über das Unfassbare geschrieben, über den Schatten der Schuld, der an die Ränder der Zivilisation führt und europäische Gewaltgeschichte im Dickicht des Urwalds von Panama aufspürt.
Ausgehend von Elmigers Erzählung begegnet die mehrfach preisgekrönte Schriftstellerin Terézia Mora dem Psychiater und Stressforscher Prof. Mazda Adli. Beide nähern sich aus unterschiedlichen Perspektiven der Frage, wie sich erschütternde Erfahrungen begreifen und erzählen lassen. Während die Literatur nach einer Sprache für das sucht, was sich einer geschlossenen Erzählung entzieht, erforscht die Psychiatrie, wie die Lebensbedingungen unserer Zeit auf die menschliche Psyche wirken. Wo liegen die Grenzen unserer Fähigkeit, Belastungen zu verarbeiten – und wie lässt sich das Unfassbare zur Sprache bringen?
Trauma, Gewalt und Fremdheit gehören zu den zentralen Themen in Terézia Moras Werk. In Büchern wie Alle Tage, Das Ungeheuer oder Muna oder Die Hälfte des Lebens hat sie das Unbeschreibliche in Sprache übersetzt und die Grenzen literarischer Darstellbarkeit ausgelotet. Zurzeit schreibt sie an einem Buch, dessen Ausgangspunkt ein familiäres Trauma im Zusammenhang mit der Vertreibung ihrer deutschsprachigen Familie aus Ungarn ist.
Prof. Mazda Adli ist Psychiater und Stressforscher. Er untersucht, wie die moderne Lebenswelt mit ihren wachsenden Anforderungen und sozialen Belastungen auf die seelische Gesundheit wirkt und welche psychischen Erkrankungen unsere Zeit prägen. Seine Forschung beschäftigt sich mit den Bedingungen, unter denen Stress Menschen krank macht, aber auch damit, was ihre Widerstandskraft stärkt.
Was geschieht, wenn sich Erfahrungen von Gewalt, Verlust und Überforderung einer zusammenhängenden Geschichte entziehen? Und welche Möglichkeiten eröffnet die Literatur, das Unsagbare zur Sprache zu bringen und individuelle Erfahrungen in ihren gesellschaftlichen und historischen Zusammenhängen sichtbar zu machen?
Dieser Vortrag entstand im Kontext der DT-Inszenierung Die Holländerinnen
Mehr Infos zu DT Kontext unter deutschestheater.de/dtkontext.
Transkript anzeigen
00:00:12:
00:00:21: Die Gesprächsreihe auf der Schotterpiste der Geschichte macht sich mit Expertinnen und Experten, mit unterschiedlichem Gesellschaftswissen auf eine Spurensuche nach Brüchen, Irrwegen und vertanen Chancen in der Geschichte um alte Erzählungen zu befragen und neue zu entdecken.
00:00:38: Wie viel Geschichte steckt in der Gegenwart?
00:00:45: Ausgehend von Elmigas Erzählung, die Holländerin begegnet die mehrfach preisgekrönte Schriftstellerin Theresia Mora – dem Psychiater und Stressforscher Prof.
00:00:56: Master-Adley.
00:00:57: Beide nähern sich aus unterschiedlichen Perspektiven der Frage wie sich erschütternde Erfahrungen begreifen und erzählen lassen.
00:01:05: Während die Literatur nach einer Sprache für das Sucht was sich eine geschlossene Erzählung entzieht erforscht die Psychiatrie, wie die Lebensbedingungen unserer Zeit auf die menschliche Psyche wirken.
00:01:17: Wo
00:01:18: liegen die Grenzen unserer Fähigkeit Belastungen zu verarbeiten?
00:01:22: Und wie lässt sich das Unfassbare zur Sprache bringen?
00:01:26: Das Gespräch fand am sechzehnten Oktober zwahltausendsechsundzwanzig im Kontext von Die Holländerinnenstadt.
00:01:33: Herzlich willkommen zu unserem Gespräch im Rahmen von DT-Kontext.
00:01:38: Wir begleiten mehrere Produktionen in dieser Spielzeit am Deutschen Theater mit einer eigenen Reihe, weil sich gleich mehrere Premieren mit einem bestimmten Thema beschäftigen – mit unseren Blick auf Geschichte und wie sie unsere Gegenwart prägt.
00:01:56: Wie die Krisen- und Umbruchserfahrungen auch aus der historischen Vergangenheit unser heutiges Leben mitbestimmen.
00:02:01: Frei nach Alexander Kluge heißt die Reihe deshalb auf der Schotterpiste der
00:02:07: Geschichte.".
00:02:08: Hier geht es wohlgemerkt nicht um eine Einführung in die Premiere, das muss ich dazu sagen, die sie gleich erleben werden um neunzehntunddreißig sondern wir wollen die Stücke anreichern mit vertiefenden Gesprächen zu den Themen, die auf der Bühne behandelt werden.
00:02:22: Und heute geht's hier bei uns um Traumalandschaften.
00:02:27: Ein bisschen was zu dem Stück heute trotzdem, nachher sehen wir auf der großen Bühne eine Romanadaption.
00:02:33: Dorothea Elmigas-Roman die Holländerinnen wurde im vergangenen Jahr mit dem deutschen Buchpreis ausgezeichnet und wird jetzt mehrfach auf unterschiedlichen Bühnen zusehen sein wahrscheinlich auch weil es darin um ein Theaterprojekt geht.
00:02:47: Eine Schriftstellerin reist mit einem Theatermacher und seinem Ensemble seinen Technikern und Mitarbeitenden in einen Regenwald, in Panama.
00:02:56: In dem Jahre zuvor zwei junge holländische Touristinnen verschollen sind um diesen Fall zu recherchieren und eine Theaterproduktion verwandeln.
00:03:05: Bei dieser Reise erzählen sich die Menschen, die dort zusammenkommen.
00:03:09: Zahlreiche Geschichten bedrückende traumatische Erlebnisse werden aufgerollt.
00:03:14: es geht um die Traumata des Kolonialismus aber auch um ganz persönliche einschneidende destabilisierende Lebenserfahrungen Und immer um die Frage, ob man diese im Vorgang des Erzählens aufklären bewältigen oder vielleicht sogar heilen kann.
00:03:29: Oder ob man in ihnen verloren gehen muss?
00:03:32: Wir wollen uns diesem Thema jetzt auch nähern aus ganz unterschiedlichen Perspektiven.
00:03:37: Ganz kurz zu mir mein Name ist André Mumot.
00:03:40: Ich bin Kultur- und Theaterjournalist beim Deutschlandfunk Kultur.
00:03:44: Da moderiere ich das Theatermagazin Rang I und das Kulturmagazin Fazit.
00:03:49: Und bin auch als Theaterkritiker unterwegs, aber ich möchte Ihnen jetzt vor allen Dingen zwei wunderbare Gäste vorstellen mit denen wir die Traumalandschaften unserer Zeit ein Stück weit abdecken können.
00:04:00: erst einmal die Schriftstellerin Theresia Mora.
00:04:03: ganz herzlich willkommen.
00:04:10: Tiresia Mora ist eine der großen Erzählerinnen der Deutschsprachigen Gegenwartsliteratur.
00:04:14: Sie beschäftigt sich in ihren Texten auch immer wieder mit traumatischen Lebenszäsuren, Umstürzen, Erfahrungen von Fremdheit und Neuanfang.
00:04:22: Tiresian Mora wurde in Ungarn geboren, ist als Teil der deutschsprachige Minderheit zweisprachig aufgewachsen.
00:04:30: Sie gehört zu den renommiertesten Übersetzerinnen aus dem Ungarischen, hat aber vor allem auch zahlreiche erzählende Werke beziehungsweise Romane verfasst.
00:04:38: Dafür gab es besonders viele Preise.
00:04:40: auch ich versuch mal ein paar aufzuzählen doch das wollen wir jetzt schon hören.
00:04:44: Schon für ihr Debüt in Erzählungsband Seltsame Materie wurde sie neunundneinzig mit dem Open Mike Literaturpreis, dem Ingeborg Bachmann Preis und zweitausend dann mit dem Adalbert von Chamisso Förderpreis ausgezeichnet.
00:04:59: für den sie unter anderem den Preis der Leipziger Buchmesse erhielt.
00:05:04: Der Roman das Ungeheuer, für den erhitze ich den deutschen Buchpreis und im Jahr ist es für ihr Gesamtwerk mit dem Georg Büchner-Preis ausgezeichnet.
00:05:13: Das waren wirklich noch nicht alle Preise.
00:05:18: Applaus!
00:05:23: Und dann darf ich begrüßen.
00:05:24: Professor Mastar Adli, er ist Psychiater-Autor Hochschullehrer und Stressforscher, Chefarzt der Flietner Klinik Berlin und leitet an der Klinika für Psychiatrie und Psychotherapie den Forschungsbereich Affektive Erkrankungen bei der Charité.
00:05:40: Sein Forschungsschwerpunkt liegt auf der Entstehung von Stress im städtischen Raum, erleitet das Citizen Science Projekt Deine emotionale Stadt und den Einstein-Zirkel Urban Mental Health.
00:05:51: Der sich mit der Entwicklung einer psychischen Gesundheitsstrategie unserer wachsenden Großstädte beschäftigt.
00:05:56: Im Jahr zwei Tausend siebzehn erschien auch von ihm ein Buch mit einem wirklich schönen Titel Stress Ent the City, warum Städte uns krank machen und warum Sie trotzdem gut für uns sind.
00:06:15: Masta Adli ist übrigens in Köln und zum Teil auch in Teheran aufgewachsen hat immer in Großstädten gelebt und auch darüber können wir heute sprechen.
00:06:22: ich freue mich sehr Adli dass die bei uns sind.
00:06:23: herzlich willkommen.
00:06:24: nochmal Falls Sie sich jetzt ein bisschen wundern, angekündigt war noch vor kurzem als Gesprächspartner heute Malek Basbush Professor für Psychiatrie und affektive Neuro-Wissenschaften an der Charité.
00:06:36: Leider war Herr Basbuch kurzfristig verhindert und wir freuen uns wirklich sehr dass wir Herrn Prof.
00:06:40: Adli gewinnen konnten um mit uns über Trauma Stress und die Bewältigungsstrategie sprechen zu können, die vielleicht auch die Literatur und das Theater bieten und dann das Thema dann entsprechend auch vielleicht noch mit ausweiten können.
00:06:55: Fangen wir gleich mal damit an, Herr Adli.
00:06:58: Trauma ist ja ein griechischer Begriff für Wunde oder Verletzung.
00:07:03: als Psychiater und Wissenschaftler können Sie uns aber vielleicht erst einmal helfen die medizinischen Begriffe zu klären?
00:07:08: Was würden sie sagen?
00:07:10: wie lässt sich Trauma eigentlich definieren?
00:07:14: Ja, Verwundungen gibt es natürlich auch im psychischen Bereich und dafür verwenden Psychiotherapeutinnen den Begriff Trauma und Traumatisierung.
00:07:27: Und dahinter steckt dann das Erleben eines zum Beispiel sehr extremen Bedrohungen, eines schrecklichen Schicksalsschlages oder aber auch einer kontinuierlichen, sagen wir mal, Exponiertheit an sowas wie zum Beispiel emotionale Vernachlässigungen in der Kindheit.
00:07:52: Auch sowas kann traumatisieren und das Entscheidende dabei ist nicht nur das Ereignis selbst sondern die Folgen, die es für Gegenwart und Zukunft eines Menschen hat und dass dann sozusagen der das Gehirn und den ganzen Organismus quasi in so eine Art permanente Alarmbereitschaft, Alarmzustand versetzt.
00:08:21: Der Begriff begegnet uns jetzt im Alltag auch immer häufiger... Wie beobachten Sie?
00:08:25: Das gibt es eine verstärkte Sensibilität im Umgang mit dem Thema, mit psychischen Erkrankungen insgesamt.
00:08:31: hat sich da gesellschaftlich etwas verändert in den letzten Jahren.
00:08:34: Ist man im Umgang mit dem Begriff Trauma oder...?
00:08:36: Ja
00:08:37: also dass man einfach viel häufiger über Traumata diese Dinge öffentlich auch spricht.
00:08:43: Da muss ich vielleicht zwei Sachen zu sagen, gut ist das mehr über psychische Gesundheit oder eben auch psychische Erkrankung gesprochen wird und dass es nicht mehr so schwer unter einer Tabudecke liegt.
00:09:01: Und gut ist auch, dass wer Hilfe braucht sich besser Hilfe organisieren kann.
00:09:08: Ein Problem ist, dass der Begriff Trauma auch etwas inflationär behandelt wird.
00:09:16: Denn nicht alles was schlimm ist in meiner Vergangenheit ist gleichzeitig auch ein Trauma im klinischen Sinne und deswegen muss man aufpassen das man die Sprache quasi nicht verliert, die unterscheiden kann zwischen schlimmen Ereignissen und Traumatisierung mit wirklich auch Jahre- und Jahrzehntelang gesundheitlichen Folgen.
00:09:44: Also da ist ein Verwässerungseffekt festzustellen, der Ihnen dann auch sozusagen im Umgang damit Probleme bereitet.
00:09:50: wo Sie sagen die Menschen benutzen den Begriff tatsächlich zu häufig?
00:09:55: Ja also das ist sozusagen gerade.
00:09:58: ehrlich gesagt mittlerweile auch in der Jugendsprache ist der Begriff Trauma total in und angekommen.
00:10:08: Da muss man sagen, so sehr man sich auch freuen kann dass dieser Begriff den Menschen vielleicht leichter über die Lippen kommt als noch vor dreißigvierzig Jahren.
00:10:18: Müssen wir einfach aufpassen das der Begriff nicht abstumpft oder uns stumpf macht und damit dann eben seine Relevanz verliert.
00:10:28: Frau Mora, wie ist denn Ihr Verhältnis zu dem Trauma-Begriff als Autorin?
00:10:32: Sie verarbeiten in Ihren Texten die Themen Flucht, Vertreibung, existenzielle Heimatlosigkeit.
00:10:37: Vielleicht auch psychische Traumataar.
00:10:40: Ist es ein Bezugspunkt auf den Sie selbstbewusst zurückkommen oder ist das etwas was sich eher so einschleicht in Ihr Schreiben?
00:10:48: Also ich beschäftige mich jetzt nicht damit ob das, was ich beschreibe ... dem Begriff Trauma erfüllt.
00:10:57: Also das ist für mich auch unwichtig, aber der Ausgangspunkt ist natürlich immer beim Schreiben mindestens eine Irritation, irgendein Unbehagen, irgendwas was einen aufregt, eventuell wütend macht, schmerzt und das kann sich manchmal in den Geschichten dann auch in Form von psychischer Krankung zeigen, was weiß ich in meinem Roman.
00:11:26: Das Ungauher geht es halt um schwere Depressionen, Selbstmord und dann der Trauer der zurückgebliebenen.
00:11:33: Und man kann das natürlich auch klinisch betrachten aber das ist jetzt nicht mal im Fokus.
00:11:41: Mein Fokus in dieser Erzählung ist nicht, wie hätte man das heilen können oder wie kann man das diagnostizieren?
00:11:50: Sondern wie überleben wir so etwas.
00:11:53: Wie können wir das verarbeiten wenn so was passiert ist?
00:11:57: und darum geht es eigentlich immer um diese Strategie.
00:12:01: Eigentlich wenn man will um Bewältigungsstrategien denn ich glaube dass das Kunst auch Literatur Das ist nicht ihr... Jetzt denke ich auf Ungarisch, das ist nicht furchtbar.
00:12:17: Sie können es
00:12:17: bestimmt übersetzen?
00:12:18: Ja ja!
00:12:19: Also nicht Ihr erstes Ziel sozusagen bei der Verarbeitung zu helfen aber das passiert ganz einfach automatisch in dem Moment wo sie versuchen eine Forum dafür zu finden um ihr Unberhagen auszudrücken.
00:12:35: durch die Form entsteht sozusagen die heilende Wirkung von Literatur.
00:12:41: Dann haben Sie jetzt schon einiges vorausgenommen, da möchte ich später auf jeden Fall noch mal auch aus Ihrer Perspektive drauf schauen wo sozusagen Kunst, Kultur, Literatur und Theater vielleicht doch eine heilnde Wirkung haben können – auch wenn sie keine Probleme lösen in dem Sinne!
00:12:55: Aber ich würde nur gerne nochmal bei Ihren Büchern bleiben, Sie haben jetzt schon eines erwähnt aber Sie arbeiten auch aktuell an einem Buch.
00:13:02: wir dürfen schon darüber sprechen habe ich gehört Und inspiriert ist dieser Roman von der Lebensgeschichte ihrer Großmutter und auch da kommen sie wohl auf dieses Thema zurück.
00:13:11: Was ist das für eine Ausgangserfahrung Ihrer Großmütter, die Sie da literarisch bearbeiten?
00:13:16: Ja also das wäre jetzt eine Frage, Ist das ein Trauma oder nicht?
00:13:21: In der allgemeinen Sprache würden wir sagen im Alltag Familientrauma.
00:13:28: Das ist ganz konkret die Vertreibung der deutschsprachigen Ungarn, also der Ungarn Deutschen.
00:13:32: Beziehungsweise in unserem Falle die unvollständige Vertreibungen.
00:13:36: Einige oder sehr viele, neunzig Prozent der Bewohner meines Heimatdorfes sind ab dem zwölften April, nineteen sechsundvierzig vertrieben worden im Bundesrepublik und zehn Prozent sind da geblieben.
00:13:50: Und zwar weil die Bundespräsident gesagt hat wir können keine mehr aufnehmen.
00:13:54: Das bedeutet aber nicht, dass ihre Häuser behalten durften.
00:13:58: Also sie standen dann in ihrem Dorf auf der Straße und durften nicht gehen.
00:14:03: Und es zog andere Leute in ihre Häuse.
00:14:07: Ach so!
00:14:07: Die ersten drei Jahre bis die erste kommunistische Regierung aus dem Jahr ja neunundvierzig an die Macht kam waren diese Menschen auch ohne Staatsbürgerschaft.
00:14:17: Zu diesem Zeitpunkt konnte in der Familie meiner Oma niemand ungarisch.
00:14:20: Es war ein reines deutschsprachiges Dorf.
00:14:25: Meine Oma war zu diesem Zeitpunkt, ähm... ...dreizehn Jahre alt.
00:14:30: Jetzt ist sie vierundneunzig und in diesen einundachtzig Jahren hat sich jeden einzelnen Tag darüber erzählt.
00:14:39: Mittlerweile ist sie Dement.
00:14:41: also Sie vergisst was vor dreißig Sekunden war.
00:14:44: Sie hat nicht vergessen, was vor achtzig Jahren waren.
00:14:47: Und der Ausgangsrund meines neuen Romans ist dieser Oma-Monolog der einfach keinen Ende nehmen will, der sich auch nicht von das Ställe bewegt.
00:14:59: Es kommen keine neuen Informationen dazu.
00:15:01: Es ist immer nur dieses große Unrecht, ich hab mein Zuhause verloren, ich wurde ausgestoßen aus der Gesellschaft und dennoch bin ich hier.
00:15:13: Und sie verbringt ihr Leben in diesem Dorf.
00:15:16: Man wird dort euch sterben und wird dann dort begraben werden jedenfalls ... Und das, ich wollte darüber nicht schreiben.
00:15:25: Aber dann ist folgendes passiert was man schreiben kann passiert.
00:15:28: Ich habe meinen Roman davor beendet.
00:15:31: der roman davor handelte über Beziehungsgewalt.
00:15:35: Das war eh schon schwer schwer genug den zu schreiben.
00:15:39: Ich setzte dem punkt ans ende dieses romans bin ins bett gegangen und am fiel wie so ein felsbrocken Dieses thema auf mich und ich brach im biblischen weh klagen aus weil ich gesagt habe Also darf ich bitte verschnaufen.
00:15:55: Ich kann das jetzt nicht, aber es war schon entschieden, dass ich das machen
00:15:59: würde.".
00:16:01: Ja, wenn ich das richtig sehe ist ja schon so, dass Sie eigentlich auch Figuren und Geschichten ... Das ist vielleicht ein bisschen banales Wort, aber eher Erfinden also, dass sie jetzt nicht rein Autobiographisch schreiben?
00:16:11: Ist das jetzt so etwas wie Sie sagen?
00:16:13: Nein!
00:16:13: Ich habe Folgendes gemacht und jetzt komme ich auch zu einem Thema Was uns verbindet mit dem Stück des heutigen Abends, nämlich was für Strategien wählst du?
00:16:25: Um über eine Sache zu erzählen.
00:16:27: und meine Strategie war zu sagen ja es wird ein Oma-Monorg geben aber nicht meiner Oma.
00:16:32: Und das wird eine Icherzählerin sein, aber das werde nicht ich sein.
00:16:36: Ich werde eine Figur erfinden die das für mich erzählt aus mehreren Gründen nicht nur aus den Gründen der Selbstschutzes sondern auch weil dass man die Möglichkeiten des Erzählens erweitert.
00:16:48: Das heißt, wenn ich sage, ich bewege das jetzt weg vom persönlichen und von konkreten.
00:16:53: Und schaue mich um wie es noch sein könnte Grundrafaktum nicht wahr?
00:16:58: Dann habe ich mehr Möglichkeiten sozusagen über uns alle zu erzählen.
00:17:03: Es ist dann nicht nur ... Da falle ich auch nicht so sehr.
00:17:06: vielleicht in dieser Falle von Jetzt hat sich diese Frau achtzig Jahre lang beklagt und ich trage jetzt ihre Klage eine Welt hinaus damit dass alle wissen Das war ja nicht nur Ihr Schicksal.
00:17:20: Auf die literarischen Strategien würde ich gerne später noch mal zu sprechen kommen, erstmal würde ich jetzt nochmal gerne auf das Traumathema an sich kommen und so ein bisschen auf den Blick auf unsere Welt... Man hat ja den Eindruck dass wir wirklich in der Traumagesellschaft leben von der Erfahrung zahlreicher Krisen.
00:17:40: Es gibt auch Zahlen, die ich sehr eindrücklich finde.
00:17:42: das würde ich gerne mal referieren.
00:17:45: mehr als jedes sechste Kind weltweit wächst in einem Umfeld auf dass durch bewaffnete Kriege geprägt ist.
00:17:50: Das belastet zum Beispiel bei uns natürlich auch die Schulen und die Gesundheitssysteme.
00:17:54: Zwei tausend elf gab es auf der Welt etwa vierzig Millionen Geflüchtete.
00:17:57: Inzwischen sind es hundertzwanzig Millionen.
00:18:00: Die Zahl hat sich verdreifacht.
00:18:02: Die globalen Kosten von Gewalt werden jährlich bis zu vierunddreißig Billionen US-Dollar geschätzt.
00:18:09: Der Hauptteil der Fälle liegt dabei im häuslichen Umfeld.
00:18:13: Herr Attli, Ihre Kollegin Maggie Schauer, klinische Psychologin an der Uni Konstanz spricht davon einer Pandemie der Gewalt.
00:18:21: Würden Sie sich da aus Ihrer Erfahrung anschließen?
00:18:23: Würden sie sagen, da ist etwas zu beobachten was wirklich jetzt eine neue Dimension auch einnimmt?
00:18:31: Also ... Mit dem Begriff Pandemie muss man, ehrlich gesagt auch etwas aushalten.
00:18:37: Ja, das stimmt genauso wie mit dem Begriff Trauma.
00:18:42: Also was man schon beobachten kann und was ich als Psychiater auch in meiner Sprechstunde sehe ist dass die Menschen grundsätzlich angespannter sind.
00:18:53: Das sehe ich nicht nur in meiner Sprachstunde sondern das sehe ich auch in meinem Freundeskreis beispielsweise.
00:18:59: Menschen sind etwas angespannter.
00:19:03: Das ist am ehesten korreliert das mit dem, was wir als Poli-Krise bezeichnen.
00:19:11: Man hat den Eindruck, wenn man auf die Ereignisse der letzten acht, neun, zehn oder zwanzig Jahre schaut, dass wir von einer in die nächste Krise taumeln und dazu gehört auch ganz viel Gewalt ... wie zum Beispiel die Kriege, die um uns herum stattfinden und vieles mehr.
00:19:39: Also von Unsicherheit und Pandemie und so weiter will ich jetzt gar nicht anfangen.
00:19:43: Und das macht die Menschen angespannter Sie traumatisiert sie vielleicht nicht en masse also uns jedenfalls, die wir das Glück haben hier im sicheren Deutschland zu leben.
00:19:55: Aber es macht angespannter und wer angespannter ist hat weniger Ressourcen um dann vielleicht anderes zu kompensieren was ihm oder ihr so im Leben und dem Alltag wieder fährt.
00:20:08: und deswegen sehen wir grundsätzlich auch einen Trend zur Zunahme psychischer Erkrankung posttraumatische Belastungsstörungen, Trauma-Folgestörung dazu.
00:20:19: Weil man eben einfach nicht mehr alle Ressourcen zur Verfügung hat die man sonst so hat weil sie schon sozusagen angebraucht sind dadurch dass man eben sehr viel Weltgeschichte um sich herum kompensieren muss.
00:20:33: Wenn wir mal jetzt auf die Therapiemöglichkeiten gehen.
00:20:36: Ich bin da auf etwas sehr Interessantes gestoßen, dass Sie bestimmt kennen die narrative Expositionstherapie.
00:20:42: ich komme deshalb darauf weil das uns wieder auch mit der Kunst und der Literatur in Verbindung bringt.
00:20:47: also wenn ich das richtig verstehe.
00:20:48: Patientinnen und Patienten die ihre traumatischen Erfahrungen haben erzählen sie schreiben sie auf sie bringen sie eine chronologische Ordnung aus ihrer Erfahrung.
00:20:58: damit würden sie sagen dass dieses Erzählen von dem, was in der Vergangenheit stattgefunden hat.
00:21:04: Was Trauma ausgelöst hat.
00:21:06: Dass das wirklich eine ganz wichtige Form ist für einen therapeutischen Erfolg?
00:21:11: Ist das etwas, was Ihrer Meinung nach gut funktioniert?
00:21:17: Beim Trauma und bei Traumafolgestörung ist es so, dass die betroffene Person nicht mehr so gut in der Lage ist zu unterscheiden zwischen dem, und dass man sozusagen eine schlimme traumatisierende Erfahrung als immer noch bedrohlich erlebt, obwohl die Gefahr vorbei ist und man in einer sicheren Welt oder Umgebung lebt.
00:21:47: Und da spielt einem sozusagen auch das Gedächtnis- und Emotionsverarbeitende Areale im Gehirn ein Streich wenn man es mal so ausdrücken will.
00:21:58: bei der narrativen Expositionstherapie, aber auch bei anderen Traumatherapien ist es so dass man diese Ordnung versucht wieder herzustellen indem man in dem Fall der Therapie angesprochen haben versucht die Dinge die man hinter sich hat quasi in einer Art Lebenslinie zu kontextualisieren und damit sozusagen besser begreiflich zu machen das Schreckliche Dinge, die man erfahren hat zur abgeschlossenen Vergangenheit gehören und damit das Vertrauen in eine vorhersehbare Welt in die Zukunft gedacht wiederherzustellen.
00:22:40: So funktioniert Traumatherapie auch in anderen Trauma-Ansätzen.
00:22:46: ist ja wirklich ganz interessant, weil wir hier sozusagen die erzählerische Ordnung herstellen wollen.
00:22:51: Die Literatur auch das Theater – ich denke, wir werden es heute Abend sehen – gehen oft in die entgegengesetzte Richtung.
00:22:56: also da werden diese Versuche des Ordnungsschaffens eher scheitern.
00:23:01: Es entsteht aber trotzdem wie Sie ja gerade eben schon gesagt haben so eine konfrontative Spannung, die trotzdem irgendwie ne befreiende oder ne hilfreiche Wirkung haben kann.
00:23:11: Also in Ihrem Romanen das Ungeheuer zum Beispiel gibt es zwei Paragels Parallel erzählt Stränge, die auch im Buch parallel laufen.
00:23:19: So dass man sich zwischen ihnen entscheiden muss in welcher Reihenfolge oder wie man sie tatsächlich liest unterschiedliche Perspektiven, die eben Gründe nicht übereinzubringen sind.
00:23:29: also das ist eher eine Form von Auflösung, die da bleibt.
00:23:33: haben Sie das Gefühl, dass die Literatur in diesem auflösen von Ordnung auch etwas Produktives schaffen kann, was eine Hilfe ist.
00:23:41: Was haben Sie ja schon angedeutet?
00:23:43: Der Witz ist natürlich auch wenn ein Buch so disparat erscheint.
00:23:48: es gibt diese Definition was ist ein Roman?
00:23:51: das ist eine sozusagen Ereignisse in einer chronologischen also in einer Abfolge Setzer hintereinander und es gibt immer eine sozusagen eine Reihe Einfach
00:24:04: weil eine Seite auf die nächste folgt.
00:24:06: Und einen Satz auf den nächsten folgt und zuerst erzähle ich das, also es gibt diesen Ablauf.
00:24:12: Auch im Ungerheuer ist es so dass in der oberen Ebene gibt es eine klare Chronologie von A nach B und unten gibt es auch einen klaren Ablauf von Anachb.
00:24:21: Nur diese zwei Geschichten, also Geschichte des Ehemannes unter Ehefrau berühren sich nur kaum zu einer Herausforderung beim Lesen wird und beim Zusammenpuzzle in der Geschichte.
00:24:35: Aber einfach dadurch während des Schreiben uns, ich glaube auch während des Lesens die Tatsache das ein Text anfängt und einen Verlauf hat und dass es ein Ende gibt schon allein – das ist heilsam!
00:24:50: Und wie Sie das auch beschrieben haben wenn man Zum Beispiel, man kann davon erzählen was einem widerfahren ist und sich total im Kreis drehen.
00:25:01: Aber wenn du es aufschreibst das ist an sich eine sehr ansträngende Technik.
00:25:06: Ja also da muss ich konzentrieren brauchbare Sätze eine nach dem anderen zu setzen.
00:25:13: Und auch am heutigen Abend Es wird ein Verlauf geben!
00:25:16: Es wird anfangen.
00:25:17: und meine Dwingen Ich weiß nichts darüber Vielleicht ist es in riesem Chaos aber es wird einen Ende geben.
00:25:24: Ja, es wird einen Ablauf geben und du wirst mit irgendetwas rausgehen aus dem Ganzen.
00:25:31: Du wirst nicht für immer darin gefangen sein.
00:25:35: Dann kommen wir mal zum Theater.
00:25:37: Ich möchte dann später auch noch auf Ihr Schreiben zurückkommen aber erst einmal vielleicht zum Theater gehen weil Herr Adli... ich weiß von Ihnen Sie sind Theatergänger und das behaupten viele von sich.
00:25:46: aber bei Herrn Adli stimmt es wirklich?
00:25:49: Weil sie haben in einem interview gesagt, Sie würden regelmäßig das theater treffen besuchen und dann auch gerne mal fünf abende hintereinander.
00:25:55: Und ich glaube da sind wir uns die wir hier sitzen alle einig Da muss man schon wirklich ein fan des theaters sein wenn man das macht.
00:26:02: Und sie haben was ganz tolles gesagt in diesem
00:26:03: nicht gesagt auch auf noch längere sequenzen als fünf abender hintereinander.
00:26:07: wirklich
00:26:08: Das finde ich schon wirklich erstaunlich.
00:26:10: Aber da kann das Theater sich freuen.
00:26:12: und über noch was, was Sie gesagt haben nämlich.
00:26:14: Sie haben etwas ganz Tolles gesagt.
00:26:16: Jedes Theater hat einen Gesundheitsauftrag.
00:26:19: Wie meinen sie das?
00:26:21: Ich will versuchen, das so zu erklären.
00:26:24: Ich beschäftige mich mit Stadtstressen.
00:26:27: Und zu diesen großen Stadtsstressoren die gesundheitsrelevant werden können gehört Isolationsstress.
00:26:36: also mit Anonymität nicht umgehen können, sich einsam fühlen und und.
00:26:40: Und da sind Orte quasi Antidots gegen Mittel die Menschen zusammenführen öffentliche Plätze Parkes Nachbarschaften Bibliotheken Kulturzentren aber eben auch Theater überall dort wo Menschen auch fremde Menschen zusammenkommen Um gemeinsam und gemeinsam eine emotionale Erfahrung machen.
00:27:02: das macht aus Fremden Mit Menschen.
00:27:08: Und genau das ist ein Prozess, der sozialer Isolation entgegenwirkt und soziales Miteinander stärkt.
00:27:16: und deswegen also ob man jetzt will oder nicht dieses Haus und die anderen wunderbaren Theater, die wir in dieser Stadt haben erfüllen einen Gesundheitsauftrag.
00:27:31: Aber da gibt es ja eben auch zwei Aspekte, das eine ist der soziale Aspekt.
00:27:34: Wir schauen gemeinsam etwas wir fühlen uns vielleicht miteinander verbunden wenn wir zusammen im Publikum sitzen.
00:27:41: aber es gibt ja auch das Theater also die Aufführung selber Und da sind wir ja wieder bei diesem Thema.
00:27:47: Wenn Sie zum Beispiel regelmäßig ins Theater treffen gehen und zu solchen Aufführungen, da ist die Kunst auch oft sehr konfrontativ und nicht jetzt sage ich mal hoffnungsvoll beschwichtigend sondern vielleicht auch unangenehm und kann wirklich an Schmerzpunkte herangehen.
00:28:03: Wie gesagt, es ist auch nicht unbedingt einer narrativen Ordnung immer unterworfen.
00:28:07: Haben sie das Gefühl von ihrer Perspektive aus dass auch das Menschen helfen kann.
00:28:13: Also wirklich sich, ich sage jetzt mal mit einer eher negativeren Kunst auseinanderzusetzen oder ist da so eine Schonhaltung eher anzunehmen gerade wenn man vielleicht auch selber mit gewissen Themen, mit gewisse Problemen zu kämpfen hat?
00:28:29: Ganz eindeutig kann ich sagen im Publikum sitzen und einem Theaterabend zuschauen hilft weil es Auch wenn man das schrägste Stück sieht, was man sich vorstellen kann.
00:28:42: Hilft es so lange ein irgendwie angeht oder ein interessiert das mal vorausgesetzt?
00:28:48: Aber was Theater macht, was Kultur macht, aber auch Musik macht ist dass sie uns Emotionen vielleicht auch Extrememotionen und Schwierigkeiten unter kontrollierten Bedingungen erleben lässt.
00:29:04: Und das hilft zum Beispiel emotional etwas zu prozessieren, was schwer verdauerlich ist und was ich vielleicht irgendwie mit mir herum schleppe.
00:29:13: Deswegen ist es Publikum sein, etwas, was auch unbedingt heilsam ist – auch wenn's schräg ist, was man sich anguckt!
00:29:23: Aber zugleich gibt es da ja auch eine erhöhte Sensibilität.
00:29:25: Ich bin da letzte Woche drauf gestoßen bei einer Premiere in Hannover, von auch von der Romanadaption Thomas Melles Haus zur Sonne wurde da adaptiert und auf die Bühne gebracht.
00:29:35: Da geht es unter anderem um... Suizidfragen.
00:29:38: Und da hat das Theater auf der Homepage also nicht nur Triggerwarnungen hinterlassen, sondern auch tatsächlich Nummern vom Sozialen Notdienst und von der Telefonseelsorge schon auf die Internetseite gesetzt.
00:29:51: Das findet heute viel statt.
00:29:52: Auch die Trigger-Warnungen gibt es in der Literatur.
00:29:54: Da würde mich interessieren wie sie das wahrnehmen?
00:29:57: Ist es ein Fortschritt dass wir mit einem sensibleren Umgang herangehen und Menschen davor warnen?
00:30:06: gespielt haben, dann auf der Bühne oder auch in einem Buch vorkommen und dass man da vielleicht dann vorsichtig sein sollte?
00:30:12: Ja und nein.
00:30:14: Sagen wir mal so es ist ja.
00:30:15: ich finde gut daran ist.
00:30:18: das zeigt da gibt's eine Sensibilität dafür dass irgendwie das ist auch um psychische Prozessierung geht ob man jetzt ohne diese Triggerwarnung jetzt völlig also selten erlebt, dass Menschen nach einem Theaterabend also Reihenweise in eine Krise stürzen.
00:30:37: Irgendwann kam ja erstmals auf das sind das in so Takeaway-Coffeebächer, das da immer steht Achtung heißt.
00:30:44: Da hat man sich auch gedacht Ja gut das weiß ich eigentlich muss man nicht drauf schreiben.
00:30:48: und ähnlich empfinde ich manchmal auch Triggerwarnungen denn es ist eigentlich Muss man sagen ein Theaterabender oder überhaupt einen Oder das Lesen eines Buches.
00:31:01: Das ist zwar alles keine Medizin und da hat auch nicht die Aufgabe eine zu sein, aber es lässt einen selten allein mit einem Problem.
00:31:11: Sondern ich gehe ja gerade ins Theater weil ich dort mit anderen Menschen etwas betrachte und mich einem Erlebnis aussetze also... Ja, ich finde es hat sozusagen zwei Seiten und das ist insgesamt dann vielleicht schon mal gut
00:31:29: Wenn ich was dazu dagen darf, aus der Perspektive der Macherin.
00:31:34: Ich würde in meinem Bücher nie eine Triggerwarnung erlauben.
00:31:37: erstens aber...
00:31:38: Würden Sie nicht erlaubenen?
00:31:39: Nein!
00:31:39: Aber ich muss sagen dass ich während der Arbeit und insbesondere beim Ungeheuer war das so und auch später bei Monat, wo es um Beziehungsgewalt geht.
00:31:49: Also ich halte das mir immer vor Augen ... Was ich hier mache ist bitte kein Gewaltporno.
00:31:54: Ich versuche schon so zu schreiben dass der Leser schon soll herangefüllt werden an eine Grenze, wo er vielleicht nicht freiwillig hingegangen wäre.
00:32:04: aber mein Ziel ist ihn nicht mitzutraumatisieren.
00:32:07: Soll ich in irgendwas reinzuziehen?
00:32:11: Also ich will ihn dann durchaus helfen.
00:32:14: ja Also darauf.
00:32:16: und tatsächlich bin ich beim Monat zum Beispiel so ganz minutios vorgegangen, dass sich gesagt mir gesagt habe was ist das Minimale an Gewalt?
00:32:25: Was du zeigen musst sonst redest du nur drum herum.
00:32:28: Und dann hab' ich das ganz bewusst gesetzt okay wir brauchen drei Mal und es muss ein bisschen eine Eskalation geben aber wir schreiben das jetzt nicht damit Auch nicht um die Leute zu verschrecken vom Buch, aber auch nicht um sie aufzugeilen mitunter.
00:32:49: Und das ist etwas was ich mir immer ganz bewusst vor Augen halte wenn ich irgendwas mache.
00:32:54: Ich würde gerne auf dieses Buch auch sowieso noch mal zu sprechen kommen.
00:32:58: Muna oder Die Hälfte des Lebens geht um eine junge Frau die in der DDR aufgewachsen ist und eine missbräuchliche Beziehung gerät in einer Gewaltbeziehung.
00:33:05: Sie haben es gerade gesagt Sie hatten vorher lange männliche Protagonisten im Mittelpunkt ihrer Bücher, vor allem einen in Ihrer Kopptrilogie und haben in einem Interview etwas Erstaunliches gesagt.
00:33:15: Nämlich ich musste mich viel mit meiner internalisierten Misogynie auseinandersetzen.
00:33:21: In dem Zusammenhang erst mal, wieso haben Sie die in sich gefunden?
00:33:25: Das überrascht mich ein bisschen.
00:33:28: Ich habe beobachtet, was in mir geschieht während ich diese Geschichte schreibe, die ich zusammengesetzt hab aus vielen Geschichten, aus meinem Unfällt und auch aus Lektüren
00:33:41: usw.,
00:33:41: was man halt so weiß.
00:33:43: Aber ich versuch da einzubauen ... Und irgendwann hab ich gemerkt, dass ich kein Mitgefühl für diese Frau habe.
00:33:51: Und dass ich sie sogar dafür verurteile, sich so behandeln zu lassen.
00:33:57: Ich hab gemerkt, das ist ein existierendes Phänomen in der Gesellschaft und ich habe folgend einen Trick angewandt um darauszukommen.
00:34:07: Ich habe einen ganzen Monat meiner Schreibzeit dafür geopfert, die ganze Geschichte umzudrehen und sie sozuschreiben, dass das Opfer der Mann war Und sie an, sobald es ein Mann war, war's ein Mensch.
00:34:20: Ich konnte mir sagen, so darf man mit einem Menschen nicht umgehen.
00:34:24: und nachdem ich das erlebt habe, an mir selbst konnte ich jetzt wieder zurückdrehen.
00:34:29: Und dann diese Geschichte als Freundin dieser Frau zu schreiben... Also ich achte sowieso immer darauf, als Erzählerin nicht verurteilend zu sein oder nicht einmal die negative Figuren zu verraten.
00:34:48: Aber so meine sehr großen Überraschung, wirklich muss sich feststellen.
00:34:53: Ich bin auch nicht besser sein.
00:34:55: Aber dafür hat mir dann zum Beispiel das Schreiben dabei geholfen mich an dieser Stelle zu verbessern.
00:35:01: Das heißt ist es immer noch so dass die Wahrnehmung von Trauma zwischen den Geschlechtern unterschiedlich ist?
00:35:07: Dass also Traumata bei Frauen anders oder weniger ernst genommen werden?
00:35:11: Das
00:35:11: weiß ich nicht.
00:35:12: Also ich, das ist jetzt nur konkret und dieser eine Fall Genau.
00:35:16: Wir
00:35:17: fragen den Fachmann.
00:35:19: Also, man muss sagen Frauen haben ein statistisch gesehen viel größeres Risiko eine Traumervollgestörung zu haben und auch schlimme Dinge zu erleben.
00:35:31: das Risiko ist nicht gerecht verteilt dafür zwischen den Geschlechtern.
00:35:35: damit fängt es schon an.
00:35:36: insofern ich würde jetzt auch nicht sagen dass man Frauen nicht so ernst nimmt.
00:35:41: Gott sei Dank dass Frauen sich etwas leichter tun als Männer bis heute über Emotionen zu sprechen.
00:35:49: Sie tun sich auch etwas leicht, damit Hilfe zu organisieren oder auch sich einem Psychiater oder einer Psychotherapeutin zu öffnen als Männer.
00:35:57: also das sind sozusagen zumindest schon mal Dinge die gut sind und die Traumalast ist nicht fair verteilt.
00:36:07: Dann kommen wir mal auf die Neuro-Urbanistik zu sprechen.
00:36:10: Sie haben es ja schon gesagt, sie haben sie ins Leben gerufen.
00:36:12: da beschäftigen sich mit dem Stress den das Leben in großen Städten auslöst.
00:36:16: Das klingt erst mal alltäglich, es geht aber auch um die psychischen Erkrankungen, die daraus erwachsen.
00:36:20: Also Angststörungen, Depressionen und Schizophrenie.
00:36:23: Ich habe gelesen, das Risiko an Schizophrenien zu erkranken ist in den Großstädten doppelt so hoch wie außerhalb dieser Städte.
00:36:30: Warum?
00:36:32: Wenn Sie in einer Stadt aufgewachsen sind ihr ganzes Leben dann ist sie sogar nahezu dreimal so groß im Vergleich zum Landwohnen.
00:36:41: Es gibt also kaum einen Risikofaktor, einen externen Risikophaktor der vergleichbares Gewicht hat wie Stadtleben für Schizophrenie.
00:36:52: Wer in der Stadt wohnt, hat ein etwa anderthalb mal so großes Depressionsrisiko und auch das ist gezeigt.
00:36:59: Und nach allem was wir wissen, hat das etwas mit Stress zu tun und zwar genau genommen mit sozialem Stress habe ich vorhin schon kurz angedeutet.
00:37:10: sozialer Stress ist diejenige Stressform, die aus der Interaktion und dem Zusammenleben von Menschen auf begrenztem Raum entstehen kann.
00:37:18: Und zu den echt toxischen Stressoren in der Stadt gehört dichte Stress- und eben Isolationsstress über den haben wir gerade schon gesprochen
00:37:28: Was ja dann offenbar auch zusammenkommen kann.
00:37:30: Einerseits würde man sagen, bei Dichte ist Isolation nicht das Hauptproblem, sondern viele wollen sich zurückziehen.
00:37:37: Das ist genau das Paradoxe an der Stadt!
00:37:41: Man kann von hunderten Menschen umgeben sein und sich trotzdem einsam fühlen.
00:37:46: Daher kommen Dichte- und Isolationseinsamkeitsstress ganz oft Hand in Hand.
00:37:52: Gerade die Mischung macht es dann besonders toxisch.
00:37:54: Die sozialen Spannungen haben viel zu tun mit einem Gefühl von mangelnder Zugehörigkeit wahrscheinlich, wo es dann auch zur Isolation kommt.
00:38:02: Was sich ja in kulturellen und sprachlichen Hürden ausdrückt.
00:38:05: Da sind wir wieder bei dem Thema der Migration der geflüchteten Menschen in Deutschland die diese Fluchterfahrung haben.
00:38:13: Wie muss die Gesellschaft denn damit umgehen?
00:38:15: Oder was würden Sie sich wünschen Frau Mora wie wir da anders oder offener Die Schriftstellerin
00:38:24: so, dass wir wieder lösen.
00:38:27: Und die Erfahrung hat gezeigt, das wird es nicht können.
00:38:31: Ich gehe jetzt nur von persönlichen Erfahrungen aus zum Beispiel ... Nehmen wir die Schulen?
00:38:36: Ja.
00:38:37: Nehmen weh die Kleinsten und Grundschüler.
00:38:39: Also ich denke mal, dass es eine sehr große Wichtigkeit hat
00:38:44: z.B.,
00:38:45: darauf zu achten, dass alle Kinder auf das gleiche sprachliche Niveau kommen.
00:38:52: Ich finde, dass Deutschunterricht wahnsinnig wichtig ist oder sowas.
00:38:56: Die nicht so wichtigen Fächer Sportmusikkunst.
00:39:00: Weil genau da können die Kinder sich ausdrücken und zueinander finden und miteinander interagieren.
00:39:11: Und meine Erfahrung nach war es so, was ich beobachtet habe als Mutter von der Seitenlinie.
00:39:20: Den Kindern wird zum Beispiel nicht anständig Rechtschreibung beigebracht.
00:39:25: Wie Sie vielleicht wissen schreiben unsere Kinder Nachgehör und nicht nach Vereinbarungen, wie das richtig wäre.
00:39:31: Das wird dann so laufen gelassen bis zur vierten Klasse und dann ist vorbei.
00:39:34: danach, musst du's wissen auch wenn du gerade in die vierte Klasse eingewandert bist?
00:39:43: Da könnte man zum Beispiel ganz vieles machen.
00:39:47: Ich denke schon, dass Sprachkenntnisse und die Förderung dieser eine wesentliche Rolle spielen.
00:39:54: Wenn wir noch mal an die Traumarte denken ... Herr Adli, es gibt ja auch Forderungen insbesondere früher bei kleinen Kindern und in den sozialen Systemen so Screenings zu machen.
00:40:04: Zum Beispiel bei Kinderärztinnen und Ärzten.
00:40:06: nach möglichem Traumata aber auch bei Geflüchteten die hierher kommen ist es nötig dass da vielleicht ganz neue Kompetenzen entwickelt werden auch in den Sozialen System damit das dann eben nicht zu dieser extremen Reibung und Spannung in der Gesellschaft erst kommen kann bei diesen betroffenen Personen.
00:40:22: Also ich glaube, wir müssen vor allen Dingen eine Sache kapieren.
00:40:26: Wenn wir über Trauma- und Traumafolgen sprechen dann sprechen wir in der Regel über ein sehr individuelles Problem was ein einzelner Mensch hat und vergessen darüber dass wir auch eine gesellschaftliche Aufgabe haben die damit verbunden ist.
00:40:46: gegen Trauma und gegen Traumatisierung, zur Überwindung von Trauma-Folgestörungen brauchen wir die Wiederherstellung der Zuversicht in eine sichere Welt.
00:41:01: Die betroffene Person muss wieder zu der Überzeugung gelangen, dass das, dass die Zukunft eine Sichere ist und sich sozusagen nur so verliert die emotionale Gewalt, die noch von der Erinnerung ausgeht.
00:41:17: Ihre Macht und dafür sind wir alle verantwortlich, die Rahmenbedingungen zu schaffen, die sozusagen für Sicherheit für Zugehörigkeitssorgen.
00:41:27: Und wir können nicht verlangen, dass Menschen eine Traumatisierung loswerden wenn sie gleichzeitig – und das denke ich natürlich auch an Fluchtvertreibung, Migration – eine Traumanisierung los werden, wenn Sie zugleich nicht ankommen können oder kein Zuhause finden abgelehnt werden usw.
00:41:47: Wir können als Gesellschaft auch entscheiden welche Rahmenbedingungen wir uns selbst aber auch ankommenden bereitstellen, um von einem Trauma loszukommen.
00:41:59: Das ist ja auch Ihr Thema, da arbeiten Sie ja dran und versuchen Wege zu finden wie sich Städte verbessern können zum Beispiel um bessere Bedingungen zu schaffen damit Menschen eben z.B.
00:42:09: auch besser ankommen können.
00:42:10: Ich habe es ja gesagt sie sind in Köln aufgewachsen zum Teil auch in Teheran.
00:42:13: Sie haben glaube ich in Paris uns an Franzisko gelebt.
00:42:16: Wie würden Sie denn sagen was macht denn jetzt gerade wenn wir hier sitzen Berlin so speziell als Konfliktraum aber vielleicht auch als positiver stärkender Lebensraum?
00:42:24: Was muss Berlin besser machen?
00:42:26: Also Berlin macht ehrlich gesagt vieles schon ziemlich gut.
00:42:30: Das ist mal eine neue Aussage, das hören wir sehr seltsam.
00:42:35: Manchmal auch ohne es beabsichtigt zu haben.
00:42:42: Und warum sage ich das?
00:42:43: Weil Berlin eine Stadt ist die immer noch recht viel öffentlichen Raum bietet.
00:42:52: Stadt mit sehr viel Platz, mit sehr viele Leben unter freiem Himmel selbst in der kalten Jahreszeit und mit vielen Grünflächen sind übrigens auch etwas was einen öffentlichen Raum zu einem Begegnungsraum werden lässt.
00:43:07: Mit ganz ganz viel Kultur.
00:43:09: darüber haben wir gerade schon gesprochen.
00:43:12: Insofern ist das schon eine Stadt die gute Rahmenbedingungen für die Entstehung sozialer Kohesion angeht, eigentlich ganz gut dasteht.
00:43:21: Ich habe übrigens auch in Wien gewohnt ein paar Jahre da ist es auch sehr gut.
00:43:26: also das ist zum Beispiel eine Stadt die sich sehr viel Gedanken auch darüber macht wie sie gerade diejenigen Menschen auf die Straße bringt, die die Straße eher scheuen wie sie auch marginalisierten oder auch mobilitätsangeschränkten Menschen Möglichkeiten schafft um sich vor die eigene Haustüre zu locken.
00:43:50: Denn übrigens Zeit, die Zeit vor der eigenen Haustür ist wichtig.
00:43:54: das ist soziale Zeit und hilft ganz besonders gegen Stadtstress und dafür müssen wir eben sorgen.
00:43:59: Berlin macht es nicht schlecht.
00:44:02: Frau Mora ist nicht so ganz überzeugt.
00:44:04: Sie leben seit deiner Zeit in Berlin, wie nehmen sie den jetzt vielleicht mal persönlich gefragt?
00:44:08: Den Stress der Stadt war ... Ich glaube, Sie haben da zum Teil einen anderen Blick drauf.
00:44:13: Das ist aber erst seit kurzem so.
00:44:14: Also ich bin mit neunzehn hier hergezogen und komme vom Dorf.
00:44:17: Und ich wollte da unbedingt weg tatsächlich wegen der eingeschränkten Möglichkeiten.
00:44:22: also man konnte da viel draußen sein.
00:44:25: das war's Ich hab das sehr genossen über eine sehr lange Zeit.
00:44:32: Das ist erst in letzter Zeit so ... Für mich ist die Zeit vor meiner Wohnung überhaupt nicht erholsam.
00:44:40: Also, ich wohne auch an einer großen Straße und es gibt zwar, wie Herr Momot das sehr gut weiß, eine kleine Grünfläche in der Nähe?
00:44:51: Wir wohnen im selben Ecke.
00:44:53: Ja genau!
00:44:54: Es gibt zwar diese kleine grünen Flächen Sie ist sehr klein.
00:45:00: Und wir sind sehr viele für diese Gründfläche, also mein Stress beginnt in dem Moment wo ich meine Wohnung verlasse.
00:45:06: leider und ich bedauere das sehr und ich frage mich auch was könnte die Lösung sein außer dass ich wegziehe von dieser Straße?
00:45:13: Und wohin sollte ich ... wohin kann ich mich bewegen?
00:45:17: apropos Wohnungspreise und so weiter?
00:45:20: es ist ja nicht so dass du dort wohnst oder willst sondern wo du es dir leisten kannst.
00:45:24: Und ja, das hat sich jetzt leider in letzter Zeit mit zunehmendem Alter geändert.
00:45:30: Aber vielleicht ändert es sich's noch mal?
00:45:33: Man weiß es nicht!
00:45:33: Also lange Zeit hab ich gesagt, ich bin nicht nach Deutschland gekommen sondern nach Berlin.
00:45:38: Ich war ein sehr großer Fan dieser Stadt.
00:45:41: Berlin und ich waren so... Das hat sich ein bisschen geändert und ich habe im Übrigen am Anfang der Pandemie gemerkt als wir nicht raus durften, ich war total erleichtert.
00:45:54: Es war wirklich diese vier Monate die schönste Zeit mit meines Lebens.
00:45:58: Das ist auch eine sehr
00:46:02: individuelle Erfahrung?
00:46:03: Ja, ich fand es toll als die Leute, die krank waren und nicht krank war, Masken tragen mussten.
00:46:09: Super Sache!
00:46:11: Okay das ist jetzt noch mal ein ganz anderes Thema und wir kommen langsam zum Ende aber unsere Unsere Reihe heißt ja die Schotterpiste der Geschichte.
00:46:21: Und wir haben das jetzt alles, ich versuche jetzt trotzdem nochmal auf die Probleme unserer Zeiten zu kommen und vielleicht trotzdem zu einem positiven Schlusswort von ihnen... Die ganzen Polikrisen unserer Zeit inwiefern?
00:46:34: Ich würde mich interessieren, unterscheidet sich unsere Zeit eigentlich vom zwanzigsten Jahrhundert.
00:46:39: Das war das Kriegsjahrhundert, Zweite Weltkrieg der Ex-Jugoslawien-Krieg, Tschernobyl Kalterkriege alle diese Krisen.
00:46:45: und trotzdem hat man jetzt gerade den Eindruck es verdunkelt sich alles Und die Menschen nehmen das auch sehr stark wahr.
00:46:52: Sie haben jetzt schon einiges erwähnt.
00:46:54: Die Städte müssen die menschen anders auf die Straßen bringen mit ihnen Ihnen ein besseres Leben ermöglichen.
00:47:01: die Kultur kann etwas tun.
00:47:03: gibt Es etwas was Sie uns mitgeben können, wie wir durch diese etwas finsteren Zeiten vielleicht besser durchkommen.
00:47:09: Welche Strategien man im Alltag einnehmen sollte um hoffnungsvoll zu bleiben?
00:47:18: Also aus dem großen Portfolio der Möglichkeiten aus dieser Welt eine bessere zu machen will ich vielleicht ein Beispiel rausnehmen und ich habe vorhin schon gesagt dass uns soziale Isolation ja zu schaffen macht.
00:47:33: Ich finde alle eine Sache vornehmen, vielleicht sogar heute noch wir alle hier.
00:47:39: Nämlich dass wir einer Person die es nicht von uns erwartet, eine Nachricht schicken.
00:47:45: Die kann man entweder als SMS schicken oder als WhatsApp oder vielleicht als Postkarte.
00:47:49: ich weiß gar nicht ob es hier unten Postkarten zu kaufen gibt.
00:47:53: das stärkt Soziales Miteinander und das ist übrigens etwas was dem Sender und dem Empfänger einer Nachricht emotional
00:48:03: gut tut.
00:48:04: Beiden, genau.
00:48:06: Und ist eine absolut wirksame Anti-Einsamkeitsübung und prosozial und man geht einfach besser ins Bett.
00:48:20: Sie haben auch noch was für uns?
00:48:22: Was ich dazu sagen wollte, ich mache das tatsächlich.
00:48:24: Also ganz bewusst, ich habe gemerkt, apropos die vier Monate waren sehr schön aber es war auch sehr schön dass ich mit meinen Freunden kommuniziert habe und diese neue lernte Kommunikation noch über große Distanzen hinweg, das ist uns geblieben und wir haben erkannt, dass es das ist was wir bis an unser Lebensende machen müssen, weil sozusagen unsere Eltern werden irgendwann gestorben sein.
00:48:49: Und unsere Freunde werden unsere Familie sein?
00:48:51: Das ist das eine.
00:48:52: Das andere ... Ich möchte auch ein bisschen pro Domo sprechen.
00:48:55: Es ist so lesen bis die Tätigkeit bei der man nichts anderes machen kann.
00:49:01: Das heißt es ist die Tättigkeit wo wenn man mal Ruhe
00:49:04: braut ... Musik hören!
00:49:05: Man könnte Musik hören.
00:49:06: Wo man mal Ruh erbraut, kann man sagen ich werde lesen und euch ignorieren.
00:49:11: Und das ist eine wunderbare Sache.
00:49:19: Und wie gesagt ins Theater gehen, das machen wir nämlich jetzt und ich bedanke mich aber erst mal ganz herzlich bei meinen Gästen Theresia Mora und Professor Mazda Adli.
00:49:28: Vielen vielen Dank!
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